US-Behörden verhaften VW-Manager im Abgasskandal

Dem Mann wird vorgeworfen, in der Affäre um manipulierte Abgaswerte eine wichtige Rolle gespielt zu haben.

Der Abgas-Skandal: Volkswagen steht in den USA unter Druck. Foto: Keystone

Der Abgas-Skandal: Volkswagen steht in den USA unter Druck. Foto: Keystone

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Die Diesel-Abgasaffäre in den USA spitzt sich zu: Offenbar ist ein ehemals hochrangiger Manager des VW-Konzerns verhaftet worden. Wie die New York Times berichtet, sei er bereits am Samstag vom FBI festgenommen worden. Der Mann leitete demnach in den Jahren 2014 und 2015 beim US-Ableger von Volkswagen die Compliance-Abteilung, die die Einhaltung von Regeln und Vorschriften im Konzern überwachen soll. Der Manager werde verdächtigt, eine wichtige Rolle im Abgas-Skandal gespielt zu haben, hiess es weiter. Eine VW-Sprecherin wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äussern.

Die US-Ermittler werfen Volkswagen vor, bei der Aufklärung der Abgas-Affäre nicht entschlossen genug zu kooperieren. Sie wollen den Konzern möglichst zügig zur Rechenschaft ziehen, Strafen von mehreren Milliarden Dollar sind möglich. Aber schon im November zeigte sich, dass nicht nur gegen den Konzern, sondern auch gegen einzelne Verantwortliche vorgegangen werden könnte: Damals wurde bekannt, dass einem VW-Manager der Pass abgenommen wurde. Damit sollte verhindert werden, dass er mit seiner Ausreise einer Befragung durch die US-Behörden entgeht.

Angeblich steht eine Einigung kurz bevor Volkswagen hatte lange geleugnet, die Stickoxidwerte seiner Dieselautos durch eine spezielle Software manipuliert zu haben. Diese Software sorgte dafür, dass Autos die angegebenen Abgaswerte nur auf dem Prüfstand einhielten, im normalen Verkehr auf der Strasse aber deutlich mehr Schadstoffe ausstiessen. Erst im September 2015 hatte der Konzern diese Manipulation zugegeben. Kürzlich wurde bekannt, dass Volkswagen in den USA offenbar kurz vor einem Milliardenvergleich mit der US-Justiz steht. Unter anderem das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf Insider von einer anstehenden Einigung über eine Strafzahlung. VW kommentierte diese Berichte bisher nicht.

(Süddeutsche Zeitung)

Erstellt: 09.01.2017, 11:22 Uhr

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