Verunsicherung bei Schweizer Paris-Reisenden

Eiffelturm, Notre Dame & Co. von Polizisten umzingelt: Die beliebte Tourismusdestination Paris ist im Ausnahmezustand. Was dies für die Besucher und die Schweizer Reiseveranstalter bedeutet.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schwer bewaffnete Polizisten patrouillieren seit dem Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» durch Paris. Wegen der Fahndung nach den Tätern und zur Verhinderung neuer Anschläge wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt massiv verschärft, etwa bei touristischen Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, im Transportwesen, in Geschäften, Gotteshäusern und Redaktionen.

Das Aussenministerium des Vereinigten Königreichs hat seine Reisehinweise für Frankreich geändert. Auf der Website mahnt die Behörde diejenigen, die sich in Paris oder der Region Ile-de-France aufhalten, zu besonderer Vorsicht. Die Reisenden sollten die Sicherheitshinweise der französischen Behörden befolgen.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weist zwar ebenfalls auf den Terroranschlag vom 7. Januar hin, warnt jedoch weder speziell vor der aktuellen Situation, noch rät es von Reisen in die französische Hauptstadt ab. Dennoch herrscht Verunsicherung unter Schweizer Paris-Reisenden.

Einige Annullierungen

Bei Hotelplan Suisse gab es wegen des Anschlags vier Annullierungen von Paris-Reisen, wie Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir auf Anfrage sagt. Das sei wenig, auch im Verhältnis zu den ohnehin tiefen Buchungszahlen in der jetzigen Nebensaison. Ebenfalls habe es Anfragen von Kunden gegeben, die sich über die Situation für Touristen vor Ort erkundigen wollten. «Gleichzeitig erhielten wir neue Buchungen für den Frühling, ohne dass die Kunden Fragen zur Lage in Paris stellten», so Huguenin.

Zudem annullierten vier Kunden des Städtereise-Spezialisten Railtour/Frantour ihre Reisen in die französische Hauptstadt. «Dies ist ein kleiner Anteil, wenn man bedenkt, dass sogar im Tiefsaisonmonat Januar jedes Wochenende eine hohe zweistellige Anzahl Gäste von uns nach Paris reist», so die Kommunikationsverantwortliche Liliane Rotzetter. Wie bei Hotelplan gingen auch bei Railtour/Frantour mehrere Anfragen zu den Verhältnissen in der Seine-Stadt ein.

Keine Hauptsaison für Städtereisen

Kuoni hingegen erhielt bis anhin keine Annullierungen oder Anfragen im Zusammenhang mit dem Pariser Attentat, wie Sprecher Peter Brun bestätigt. «Die Buchungszahlen sind im Januar und Februar ohnehin sehr tief, weil diese Monate nicht die Hauptsaison für Städtereisen sind – klimatisch bedingt und weil das Weihnachtsshopping dann vorbei ist.»

Wer dieser Tage Buchungen nach Paris storniert, muss die beim Veranstalter üblichen Annullationskosten übernehmen, weil das EDA nicht von Reisen nach Paris abrät. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 09.01.2015, 13:51 Uhr)

Artikel zum Thema

«Überall Polizei hier» – Frankreich jagt die Attentäter

«Alle verfügbaren Kräfte mobilisiert»: Nach dem tödlichen Angriff auf eine Redaktion in Paris setzt die französische Regierung alle Hebel in Bewegung. Mehr...

Bar, Strasse, Bistro – Paris am Tag eins nach dem Terror

Reportage Reporterin Tina Huber spricht mit den Menschen in der Seine-Stadt. Sind sie wütend, traurig, hoffnungsvoll? Mehr...

Schweigen für die Opfer

Gedenken Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Anzeigen

Werbung

Blogs

Von Kopf bis Fuss Lässt Zucker die Haut altern?

Blog Mag Taugen Sie fürs Weisse Haus?

Weiterbildung

Trainieren oder verlieren

Mit Gedächtnistrainings die Lernfähigkeit verbessern.

Die Welt in Bildern

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein: Ein Künstler streicht am Strand von Tijuana den Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA himmelblau an (10. Dezember 2016).
(Bild: Jorge Duenes) Mehr...