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19-Jähriger Demonstrant im Iran hingerichtet

Erstmals seit Beginn der Proteste im Iran sind zwei Anhänger der Opposition hingerichtet worden. Sie wurden als «Feinde Gottes» verurteilt. Einer davon war erst 19 Jahre alt.

Wurde hingerichtet: Arash Rahmanipour.

Wurde hingerichtet: Arash Rahmanipour.
Bild: Keystone

Arasch Rahmani Pur und der Enddreissiger Mohammed Resa Ali Samani seien im Oktober verurteilt und nun gehenkt worden, zitierte Isna aus einer Erklärung der Teheraner Staatsanwaltschaft. Zuvor habe ein Berufungsgericht das Todesurteil bestätigt.

Ihnen sei auch Verschwörung zum Sturz der islamischen Führung vorgeworfen worden. Zudem seien sie Mitglieder einer monarchistischen Gruppe und der verbotenen Organisation der Volksmudschahedin gewesen, hiess es.

Bislang erst fünf Todesurteile bekannt

Neun weitere zum Tode verurteilten «Aufrührer» warteten derzeit auf den Entscheid des Berufungsgerichts. «Wenn sie verurteilt werden, wird das Urteil gemäss dem Gesetz vollstreckt werden», meldete Isna.

Bislang hatten die Behörden im Zusammenhang mit den Protesten erst fünf Todesurteile bekannt gegeben. Samani und Rahmadi Pur waren unter den über einhundert Oppositionellen, die im ersten Schauprozess nach Beginn der Anti-Regierungsproteste vor einem Revolutionsgericht gestanden hatten.

Bereits vor Beginn der Proteste in Haft

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty international hatte sich für Samani eingesetzt, der Aktivist der Monarchistengruppe Versammlung des Königreichs Iran gewesen sein soll. Auch Rahmani Pur wurde nach Angaben seiner Verteidigerin Mitgliedschaft in der Gruppe vorgeworfen.

Die Anwältin Nasrin Sotudeh dementierte, dass ihr Mandant eine Rolle bei den Protesten nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad im Juni gespielt habe. Vielmehr sei Rahmani Pur vor der Wahl im iranischen Monat Farwardin (März und April) festgenommen worden.

Die Anwältin wurde nach eigener Aussage daran gehindert, ihren Mandanten beim «Schauprozess» im Juli zu verteidigen. Rahmani Pur habe ein Geständnis abgelegt, weil seine Familie bedroht worden sei. Sie sei «schockiert» über die Hinrichtungen. Sie und die Familie hätten noch auf das Urteil des Berufungsgericht gewartet, sagte Sotudeh.

Warnung an Opposition

Seit der Wiederwahl Ahmadinejads geht die Opposition auf die Strasse. Die Unruhen wurden dutzende Menschen getötet und mehr als 4000 Regierungskritiker festgenommen. Iran durchlebt derzeit die schwerste innenpolitische Krise seit Gründung der Islamischen Republik vor 30 Jahren.

Bei der Niederschlagung der Proteste Ende Dezember wurden amtlichen Angaben zufolge acht Menschen getötet, unter ihnen auch ein Neffe des Oppositionspolitikers Mir Hussein Moussavi.

Die Opposition nutzt oft offizielle Regierungsveranstaltungen, um auf die Strasse zu gehen. Der nächste Feiertag ist der 31. Jahrestag der Revolution am 11. Februar. Die Polizei warnte die Opposition bereits: Die Zeit der Nachsichtigkeit sei vorbei.

Der Iran ist nach China weltweit das Land mit den meisten Hinrichtungen. Gemäss Menschenrechtsorganisationen wurden 2008 im Iran 346 Menschen exekutiert. (bru/sda)

Erstellt: 28.01.2010, 13:39 Uhr

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2 Kommentare

René Müller

28.01.2010, 13:53 Uhr
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Wie lange dürfenMörder-Diktatoren in den arabischen Staaten noch an der Macht bleiben? Solange sie Bodenschätze haben die wir brauchen. Antworten


Renzo Giambonini

28.01.2010, 13:50 Uhr
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In Iran regieren "Gottesleute", welche im Namen Gottes Menschen hinrichten lassen. Opposition wird nicht geduldet. Es gibt nur ein Recht - das menschenverachtende Recht des Stärkeren. Die Einstellung dieser Diktatoren ist gleichzustellen mit den Nazis von Hitlerdeutschland. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Hoffentlich erhalten diese Verbrecher ihre gerechte Strafe - und zwar bald! Antworten



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