90 Tote? Nato-Angriff sorgt für Verwirrung
Quelle: Reuters.
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Kundus
Zwei Züge mit deutschen Soldaten hätten zwei völlig ausgebrannte Tanklastzüge, aber keine Leichen vorgefunden, sagte einer der Zugführer, ein Hauptfeldwebel, der Nachrichtenagentur AP in Kundus. Lediglich Tierkadaver seien gesichtet worden. Die Hauptermittlungen lägen jedoch bei der afghanischen Polizei. Diese spricht von 90 Toten, darunter 40 Zivilpersonen.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Bundeswehr seien bei dem Angriff 50 Aufständische getötet worden, Zivilpersonen seien «vermutlich nicht zu Schaden gekommen», wie Sprecher Wolfgang Marx sagte. Wegen der Berichte über mögliche Opfer in der Zivilbevölkerung sei jedoch eine interne Ermittlung eingeleitet Inzwischen ist laut «Spiegel Online» klar, dass die deutsche Bundeswehr den Nato-Angriff initiiert habe. Es ist das erste Mal, das die deutsche Bundeswehr einen entsprechenden Luftangriff in Auftrag gegeben hat.
Gouverneur krebst zurück
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wiederum sagte, bei dem Luftangriff in Nordafghanistan könnte es auch zivile Opfer gegeben haben. «Es wurden mit Sicherheit Taliban getötet», sagte er am Freitag in Brüssel. «Es besteht auch die Möglichkeit ziviler Opfer, aber das ist noch nicht klar.» Ein Untersuchungsteam sei bereits vor Ort.
Der Gouverneur der Provinz Kundus hat seine ursprünglichen Angaben zu den Opfern bei dem Nato-Einsatz in Nordafghanistan nach unten korrigiert. Gouverneur Mohammed Omar sagte, zwischen 50 und 60 Menschen seien getötet worden. «Die meisten Opfer waren bewaffnete Taliban», sagte der Provinzgouverneur. Omar hatte ursprünglich ebenfalls von 90 Toten gesprochen, die Hälfte davon seien Zivilisten.
Die Taliban wiederum gaben gegenüber «Spiegel Online» an, sie hätten bei dem Angriff keine Opfer zu verzeichnen, da sie die Züge frühzeitig wieder verlassen hätten. Sämtliche Opfer seien Zivilisten gewesen, zitiert das Portal den lokalen Talibanführer. Er sprach von 150 Toten. (oku/ap/sda)
Erstellt: 04.09.2009, 14:04 Uhr
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