Obama entschuldigt sich für Koran-Verbrennung
Aktualisiert am 23.02.2012 75 Kommentare
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Die USA haben sich beim afghanischen Präsidenten Hamid Karzai formell für die Verbrennung von Koran-Schriften entschuldigt. Nach Angaben des Präsidialamtes in Kabul übergab der amerikanische Botschafter Karzai einen Brief von US-Präsident Barack Obama, in dem dieser «tiefes Bedauern über den berichteten Zwischenfall» äussert und eine «aufrichtige Entschuldigung» ausspricht. Der Erklärung zufolge schrieb Obama weiter, dass es sich um ein Versehen handelte: «Ich versichere Ihnen, dass wir alle erforderlichen Schritte einleiten, um eine Wiederholung zu vermeiden», wurde der US-Präsident zitiert. Dazu gehöre auch, dass die Verantwortlichen für die Verbrennungen zur Rechenschaft gezogen würden.
Zwei Nato-Soldaten getötet
Ein Mann in einer Uniform der afghanischen Armee habe heute das Feuer auf die Soldaten eröffnet und zwei von ihnen getötet, teilte die Nato-geführte Afghanistan-Truppe Isaf mit. Zur Nationalität der Getöteten machte die Isaf keine Angaben.
Ein Sprecher wollte sich auch nicht dazu äussern, ob der Vorfall mit den Protesten gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram in Verbindung stand. «Es gab eine Demonstration in der Provinz», sagte er lediglich. In Afghanistan wird seit drei Tagen gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram demonstriert.
Soldaten feuern in die Menge
Der Gouverneur der östlichen Provinz Nangarhar, Haji Mohammed Hassan, teilte jedoch mit, bei dem Zusammenstoss vor einem US-Stützpunkt seien auch zwei Demonstranten erschossen worden, als afghanische und Nato-Soldaten in die Menge feuerten.
Ein Demonstrant sagte der Nachrichtenagentur Afghan Islamic Press, afghanische Truppen hätten zunächst einen ausländischen Militärstützpunkt in der östlichen Provinz Nangarhar verteidigt. Dann hätten sie sich jedoch «den Demonstranten angeschlossen und das Feuer auf ausländische Soldaten eröffnet».
Taliban rufen zur Tötung von Ausländern auf
In der inzwischen dritten Mitteilung der Taliban zum Vorfall hiess es heute, «tapfere afghanische Muslime» müssten Stützpunkte und Konvois der internationalen Militärs angreifen. Afghanen sollten Ausländer schlagen, fangen und töten, damit diese lernten, den Koran nie wieder zu schänden.
In Afghanistan werden immer wieder Isaf-Soldaten durch Angreifer in der Uniform der afghanischen Armee und Polizei getötet. Im Januar waren in der östlichen Provinz Kapisa vier französische Soldaten von einem Mann in afghanischer Uniform erschossen worden.
Weitere Tote bei Protesten
Bei zwei weiteren Kundgebungen in der nördlichen Provinz Baghlan und der südlichen Provinz Urusgan schossen heute afghanische Polizisten auf Demonstranten; in Baghlan wurde einer und in Urusgan wurden zwei Kundgebungsteilnehmer tödlich getroffen, teilten die Behörden mit.
Bei der Demonstration vor dem Hauptsitz der Polizei in Baghlan habe es einen Schusswechsel zwischen einigen Demonstranten und der Polizei gegeben, hiess es weiter. Vier Personen, darunter zwei Polizisten, seien dabei verwundet worden.
Friedliche Kundgebungen
In drei ostafghanischen Provinzen gingen heute Hunderte wegen der Verbrennung von Koran-Schriften auf die Strassen; die Kundgebungen dort verliefen laut Behördenangaben friedlich. An der grössten der drei Demonstrationen in der Hauptstadt der Provinz Laghman nahmen laut Polizeiangaben 2000 Menschen teil. In der Provinz Logar ging eine Demonstration von rund 500 Personen ohne Zwischenfall zu Ende. Ausserdem gingen Hunderte Menschen in der Stadt Jalalabad auf die Strassen.
Am Mittwoch kamen bei Zusammenstössen zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Demonstranten mindestens sieben Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. (rub/AFP/dapd/sda)
Erstellt: 23.02.2012, 14:39 Uhr
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75 Kommentare
Das Ganze zeigt auf erschreckende Art, wie fanatisch viele Muslime sind, wie schnell sie sich provoziert fühlen und wie leicht sie sich zu Gewalttaten gegen westliche Ausländer hinreissen lassen.
Keine guten Aussichten für ein friedliches Zusammenleben.
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