«Als Soldat meine ich, dass genug gekämpft worden ist»
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Das geplante Aussteigerprogramm für Taliban soll nach den Worten des britischen Premierministers Gordon Brown einen Keil in die Aufstandsbewegung in Afghanistan treiben.
Er glaube, «dass wir langfristig die Taliban spalten können», sagte Brown am Montag auf einer Pressekonferenz zu der bevorstehenden Afghanistan-Konferenz in London. Auf der Konferenz soll die Einrichtung eines Fonds beschlossen werden, aus dem die Reintegration von kampfesmüden Taliban in die afghanische Gesellschaft finanziert werden soll.
Miliband warnt
Auch der Kommandeur der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF, US-General Stanley McChrystal, sprach sich für ein Gesprächsangebot an die Aufständischen aus. «Als Soldat meine ich, dass genug gekämpft worden ist, und dass wir alle nun vor allem dafür kämpfen müssen, die Bedingungen zu schaffen, dass die Menschen ihr Leben leben können», sagte McChrystal der «Financial Times». «Ich glaube, dabei können alle Afghanen eine Rolle spielen, wenn sie sich auf die Zukunft konzentrieren und nicht auf die Vergangenheit.»
Der britische Aussenminister David Miliband warnte unterdessen vor einem überstürzten Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan. «2010 und 2011 werden entscheidende Jahre für den Afghanistan-Einsatz», sagte Miliband bei einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht zulassen, dass Afghanistan «erneut eine Brutstätte des weltweiten Terrorismus wird», warnte der britische Aussenminister.
Zwei ISAF-Soldaten bei Anschlägen getötet
Bei Anschlägen auf die internationalen Truppen in Afghanistan wurden unterdessen zwei Soldaten getötet und acht weitere verletzt. In der nördlichen Provinz Farjab kam bei der Explosion eines an der Strasse versteckten Sprengsatzes ein norwegischer Soldat ums Leben. Bereits am Sonntag wurde bei einer Explosion in Südafghanistan ein britischer Soldat getötet, wie das Verteidigungsministerium in London am Montag mitteilte.
Bei einem Raketenangriff auf den Flughafen von Kandahar wurden am Sonntag vier bulgarische und vier rumänische Soldaten verletzt. Die Raketen schlugen ein, als der bulgarischen Verteidigungsminister Nikolai Mladenow den Flughafen besuchte, wie sein Ministerium mitteilte. Auf dem Flughafen sind 270 bulgarische Soldaten stationiert.
Der afghanische Präsident Hamid Karzai traf am Montag in Istanbul mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül zusammen. Das Gespräch markierte den Auftakt einer Europareise Karsais, der vor der Afghanistan-Konferenz in London am Mittwoch auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin besuchen will. (sam/ddp)
Erstellt: 25.01.2010, 15:46 Uhr
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