Blatter wartet immer noch auf Antwort von Putin

Sowohl Fifa wie IOK wollen sichergehen, dass das gegen Homosexuelle gerichtete Gesetz in Russland nicht für die kommenden Grossanlässe gilt. Das IOK erhielt bereits eine Zusicherung – allerdings eine schwache.

Erwartet bald eine Antwort aus Moskau: Fifa-Präsident Sepp Blatter.

Erwartet bald eine Antwort aus Moskau: Fifa-Präsident Sepp Blatter. Bild: Keystone

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Der Präsident des Weltfussballverbandes Fifa, Sepp Blatter, erwartet in Kürze eine Klarstellung der russischen Regierung zu ihrem umstrittenen Gesetz gegen «homosexuelle Propaganda».

Der Nachrichtenagentur AP sagte Blatter, das Büro von Präsident Wladimir Putin habe ihm versprochen, alle entsprechenden Dokumente «in den ersten Tagen des September» zuzuschicken. Blatter bat zudem die Schweizer Botschaft in Moskau um Mithilfe, um die «korrekte Version» zu bekommen.

Schwulenparaden strafbar

Sowohl die Fifa als auch das Internationale Olympische Komitee (IOK) sind angesichts der Winterspiele 2014 in Sotschi und der Fussballweltmeisterschaft 2018 in Russland besorgt über mögliche Folgen des Gesetzes für internationale Sportler und Fans. Die beiden Verbände warten immer noch auf eine Antwort der russischen Regierung, ob das Gesetz auch für Ausländer gelten wird.

Seit Juni ist es in Russland strafbar, Minderjährige über homosexuelle Lebensformen zu informieren oder Schwulen- und Lesbenparaden abzuhalten. Bei Verstössen drohen Geldstrafen zwischen umgerechnet rund 120 und 23'000 Euro oder bis zu 15 Tage Haft, Ausländer können des Landes verwiesen werden.

Brief ans IOC

In einem Brief an das IOC sicherte der Kreml am Donnerstag schriftlich zu, Schwule und Lesben während der Olympischen Winterspiele im Februar in Sotschi nicht zu diskriminieren. Vize-Ministerpräsident Dimitri Koska betonte, Russland werde als Gastgeber die Olympische Charta achten, die Diskriminierung ächtet. Das Gesetz bleibe aber trotz der internationalen Proteste unverändert in Kraft.

IOC-Präsident Jacques Rogge begrüsste die schriftlichen Zusagen Koskas. «Wir haben heute eine starke schriftliche Versicherung der russischen Regierung erhalten, dass jeder bei den Spielen von Sotschi willkommen ist, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung.»

Beobachter merkten jedoch an, der Brief mache nicht deutlich, was passiert, wenn Athleten oder Fans Erklärungen abgeben oder Gesten machen, die von Russlands Behörden als Propaganda angesehen werden.

Anfang August kündigte Russlands Sportminister Witali Mutko an, die Regelung werde auch während der Winterspiele in Sotschi 2014 gelten. Später ruderte er etwas zurück und erklärte, die Rechte sämtlicher Athleten würden geschützt. Zugleich pochte er aber darauf, dass die Teilnehmer der Olympischen Spiele «die Gesetze des Landes zu respektieren» hätten. (mw/AP)

Erstellt: 25.08.2013, 21:11 Uhr

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