Ausland
Britische Armee verkündet Erfolg über Taliban im Süden Afghanistans
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Der britische Aussenminister David Miliband hat sich für eine Aussöhnung mit moderaten Taliban in Afghanistan ausgesprochen. Es müsse zwischen Hardlinern und Moderaten unterschieden werden. Die internationale Gemeinschaft müsse der afghanischen Regierung helfen, die verschiedenen Gruppen innerhalb der Aufständischen aufzusplittern, sagte Miliband im Nato-Hauptquartier in Brüssel.
Die «knallharten Ideologen» müssten von jenen getrennt werden, «die wieder in die heimischen politischen Prozesse eingegliedert werden können». Strategischer Fortschritt hänge davon ab, «den Aufstand mit Politik zu untergraben». Die Taliban könnten nicht durch Waffengewalt allein zum Aufgeben gebracht werden, sagte Miliband. Auch die Regierung in Kabul sei gefordert: Sie müsse die Menschen durch gute Regierungsführung überzeugen.
Miliband sprach vor dem Hintergrund eines der blutigsten Monate in Afghanistan. Allein im Juli fielen bislang 22 britische Soldaten. Grossbritannien stellt gut 9000 Soldaten im Rahmen der Nato- geführten Schutztruppe ISAF in Afghanistan. Am 20. August sind dort Präsidentenwahlen. Favorit ist Präsident Hamid Karzai.
Offensive mit 3000 Briten
Grossbritannien kündigte zudem das Ende der Offensive «Pantherkralle» gegen die radikal-islamischen Taliban in Südafghanistan an. Der Einsatz in der Provinz Helmand habe «das Land für 100'000 Menschen sicher gemacht», sagte Premier Gordon Brown.
An der fünfwöchigen Operation hatten sich etwa 3000 britische Soldaten beteiligt, sowie amerikanische und dänischen Verbände. Etliche Extremisten hätten sich ergeben oder seien geflüchtet, sagte der Kommandant der britischen Truppen in Helmand, Brigadegeneral Tim Radford, per Videoschaltung nach London. Genaue Zahlen über Tote oder Gefangene nannte er nicht.
Taliban bestreitet Waffenruhe
Widersprüchliche Angaben gab es zu einer angeblichen Waffenruhe im Nordwesten des Landes. Das Büro von Präsident Karzai teilte mit, Stammesälteste hätten diese mit den Taliban ausgehandelt.
Beide Seiten hätten ein Abkommen für den Bezirk Bala Murghab in der Provinz Badghis unterzeichnet, sagte Karsais Sprecher. Die Waffenruhe gelte seit Samstag. Aus drei Gegenden seien die Taliban bereits abgezogen. Taliban-Sprecher Jusuf Ahmadi sagte dagegen, es gebe keinen Waffenstillstand mit den Behörden. «Der Widerstand gegen den Feind dauert unvermindert an.»
Neue Gewalt in der Provinz
Kurz nach der angeblichen Vereinbarung kam es in der Provinz zu neuer Gewalt. Polizisten seien in einen Hinterhalt geraten, teilte das Innenministerium mit. Zwei Angreifer seien getötet und zwei Polizisten verletzt worden. Badghis an der Grenze zu Turkmenistan galt nach dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 als relativ ruhig. Erst in diesem Jahr hat sich die Sicherheitslage verschlechtert.
Auch in anderen Landesteilen hat sich die Situation verschärft. Am Montag eröffneten Taliban während einer Wahlkampfveranstaltung für Ex-Aussenminister Abdullah Abdullah in der Provinz Nangarhar das Feuer. Ein Mensch wurde laut lokalen Angaben verletzt; Abdullah, der gegen Karzai antritt, war nicht anwesend. (vin/sda)
Erstellt: 27.07.2009, 23:45 Uhr
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