Ausland
Chinas Fleischhunger leert die Mais-Silos
Aktualisiert am 14.10.2011 51 Kommentare
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Mehr als eine Milliarde Menschen hungert
Steigende Nahrungsmittelpreise haben nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO im vergangenen Jahr bis zu 70 Millionen weiteren Menschen in extreme Not gebracht. Die Vereinten Nationen erinnern am Welternährungstag am kommenden Sonntag an die mehr als eine Milliarde Hungernden.
Als eines der UNO-Millenniumsziele von 2000 soll bis 2015 die Zahl der unterernährten Menschen halbiert werden. In diesem Jahr will die FAO unter dem Motto «Lebensmittelpreise - von der Krise zur Stabilität» auf Probleme des globalen Handels mit Nahrungsmitteln hinweisen.
Besonders betroffen von steigenden Lebensmittelpreisen sind laut der FAO die Menschen in Afrika. Dort sei die Unterernährung von 2007 bis 2008 um acht Prozent gestiegen, warnte die FAO erst kürzlich in ihrem Jahresbericht.
Die UNO-Organisation rief den Welternährungstag 1979 ins Leben. In vielen Ländern wird am 16. Oktober mit Veranstaltungen auf die Problematik hingewiesen. (sda)
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China wächst und hat Hunger. Einst selbst einer der grössten Maisexporteure kauft Peking nun in einem noch nie da gewesenen Geschäft 900'000 Tonnen Mais in den USA ein. Denn mittlerweile tut sich das Reich der Mitte schwer, mit der wachsenden Getreidenachfrage Schritt zu halten.
Der wachsende Wohlstand treibt die Nachfrage nach Fleisch an – und Mais ist das Hauptfuttermittel. Gestern kündigte das US-Landwirtschaftsministerium das Maisgeschäft an, das durchgeführt wird, obwohl China in diesem Jahr eine Rekordernte erwartet. Im vergangenen Jahr wurden in China laut Ministerium etwa 160 Millionen Tonnen Mais verbraucht.
Die Reserven schrumpfen
Der Maisimport sei notwendig, um die schwindenden Maisreserven aufzufüllen, sagt Hanver Li, Vorstandsvorsitzender des Marktforschungsunternehmens «Ja Intelligence». «Chinas Ernte ist gestiegen, aber das wird gerade mal die inländische Nachfrage befriedigen, während die Reserven schrumpfen. Deshalb muss China Mais importieren, um seine Vorräte aufzufüllen», sagt er.
«Langfristig sollte das einen ziemlich grossen Einfluss auf die weltweiten Preise für Mais haben», sagt Li. An der Warenterminbörse in Chicago legte der Maispreis in den vergangenen zwei Jahren um 70 Prozent zu, auch wenn nach den Rekordernten im Juni keine neuen Preisrekorde aufgestellt wurden.
Jährlicher Import von 15 Millionen Tonnen vorhergesagt
Li schätzt, dass China in den kommenden zwölf Monaten zwischen sieben und zehn Millionen Tonnen Mais importieren wird. Bis 2015 rechnet er mit einer jährlichen Einfuhr von 15 Millionen Tonnen. Lis Vorhersage deckt sich mit der Schätzung des US-Getreiderats, der für das Anfang Oktober begonnene Jahr eine Maiseinfuhr Chinas zwischen fünf und zehn Millionen Tonnen vorhersagt.
Das US-Landwirtschaftsministerium geht in einer diese Woche veröffentlichten Einschätzung allerdings von einer deutlich niedrigeren Importmenge Chinas aus. Zwischen September dieses Jahres und August 2012 werde China wahrscheinlich zwei Millionen Tonnen Mais einführen, schätzt das Ministerium.
Seit zwei Jahren exportiert China nicht mehr
In den 90er Jahren war China noch einer der weltweit grössten Maisexporteure. Ab 2003 sanken die Exportraten und lagen 2009 bei null. Im vergangenen Jahr war China erstmals Nettoimporteur. In China werden rund 70 Prozent des Maises an Tiere verfüttert. Aus dem Rest werden Alkohol, Stärke oder andere Industrieprodukte hergestellt. Nur ein kleiner Teil wird direkt als Nahrung verzehrt. (miw/sda)
Erstellt: 14.10.2011, 20:30 Uhr
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51 Kommentare
Ich finde es eher bedenklich - wie gerne wir im Westen mit dem Finger auf China zeigen. Ohne die Zahlen genau zu kennen - könnte ich wetten, dass der Fleisch-, Erdölverbrauch etc. pro Kopf in China noch wesentlich geringer als bei uns ist. Wird er mal so enorm, dann allerdings wird die Erde für solche Verschwendung wie wir sie seit Jahrzehnten "geniessen" zu klein sein! Antworten
Wieso jammern? Im Westen sind ja noch verrücktere Täter am Werk. Sie verfüttern Agrarprodukte an Motoren ! Jetzt erwachen einige, da ihr Oeko-Treibstoff langsam davonschwimmt und werden behaupten, die Milliarde Chinesen würden eine Hungersnot heraufbeschwören. Ein knallharter Haufen von Egoisten! Antworten
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