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«Der Holocaust, ein Märchen»

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat den Holocaust erneut bestritten – vor hunderttausenden Teilnehmern einer anti-israelischen Kundgebung in Teheran.

Wut auf Israel: Heute in der Stadt Teheran.

Wut auf Israel: Heute in der Stadt Teheran.
Bild: Keystone

Es sei «eine falsche Behauptung, ein Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit benutzt wird», sagte Ahmadinejad bei einer anti-israelischen Kundgebung zum Al-Kuds-Tag in Teheran. In der iranischen Hauptstadt und anderen Städten des Landes demonstrierten am Freitag nach Angaben der staatlichen Medien Hunderttausende Menschen gegen Israel.

Al Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Der Tag ist im Iran ein gesetzlicher Feiertag und wird traditionell am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan begangen. Hintergrund ist die Besetzung Ost- Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.

Kampfansagen gegen Israel

Als Höhepunkt der traditionellen Veranstaltung galt ein Gebet in der Teheraner Universität mit der anti-israelischen Rede Ahmadinejads. Er sagte, falls die Europäer Millionen von Juden getötet haben sollten, dann sollten sie den Juden auch «in Europa, Amerika oder Kanada» Land schaffen.

«Warum sollen die Palästinenser wegen eines Vorfalls leiden, an dem sie nicht beteiligt waren?», fragte Ahmadinejad, «es ist unsere nationale, religiöse und islamische Pflicht, dem zionistischen Regime weiterhin entgegenzutreten.» Die Zuhörer skandierten das bei solchen Anlässen im Iran ritualisierte «Tod Israel!».

Proteste von Oppostionellen

Zum ersten Mal seit Mitte Juli nahmen Anhänger der Opposition die Demonstrationen zum Anlass, gegen die umstrittene Regierung zu protestieren. Die Polizei hatte sie im Vorfeld scharf davor gewarnt, die Veranstaltung für Proteste gegen die Regierung zu nutzen.

Augenzeugen sprachen von Tausenden, die sich durch grüne Armbänder oder Kleidung als Anhänger von Oppositionsführer Mir Hossein Mossavi zu erkennen gaben. Sie protestierten gegen den umstrittenen Wahlsieg von Präsident Ahmadinejad und riefen «Freiheit, Freiheit» oder «Tod dem Diktator». Nach Augenzeugenberichten kam es zu Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und der Polizei.

Angriff gegen Chatami

Der reformorientierte Ex-Präsident Mohammed Chatami wurde zudem bei einer Kundgebung in Teheran von Regimeanhängern angegriffen, wie ein Begleiter berichtete. Nachdem sein Umhang zerrissen worden und sein Kleriker-Turban zu Boden gefallen sei, habe er die Demonstration verlassen.

Die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete, auch Moussavi und der andere reformistische Präsidentschaftskandidat Mehdi Karrubi seien von einer wütenden Menge angegriffen und zum Verlassen der Kundgebungen gezwungen worden.

Statement zum Atomstreit

In einem Interview mit dem US-Nachrichtensenders NBC äusserte sich Ahmadinejad am Freitag ausserdem zu den Vorwürfen, der Iran entwickle Atomwaffen. Er bekräftigte dabei, sein Land nutze die Atomenergie nur zu friedlichen Zwecken. «Wir brauchen solche Waffen nicht.» Explizit ausschliessen wollte er die Entwicklung solcher Waffen im Iran für alle Zeit allerdings nicht.

Naot-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen appellierte gleichentags an Moskau, wie der Westen «grösstmöglichen diplomatischen und politischen Druck» auszuüben, um Teheran zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen.

Moskau und Peking lehnen eine Verschärfung der Sanktionen gegen Teheran ab. Für den 1. Oktober ist eine Wiederaufnahme der Verhandlungen der sogenannten Sechsergruppe mit dem Iran vereinbart. (bru/sda)

Erstellt: 18.09.2009, 17:18 Uhr

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1 Kommentar

Salome Shokri

18.09.2009, 14:22 Uhr
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Die Überschrift dieses Artikels ist irreführend und vermittelt ein vollkommen falsches Bild der heutigen Ereignisse in Iran. Bei Slogans wie "neither Gaza nor Lebanon, we live for Iran" und "down with dictator" kann wohl kaum von Demonstration gegen Israel die Rede sein. Die Opposition hat schlicht die Qods day ceremony für neue Proteste genutzt, wie bereits lange angekündigt als "green qods day"! Antworten



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