Die tödlichen Fehler des Meisterstrategen Prabhakaran
Aktualisiert am 18.05.2009 27 Kommentare
Hier kam der LTTE-Chef laut Armee um: Schlachtfeld in der zuletzt noch von der Guerilla gehaltenen Zone. (Bild: Reuters)
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Diese Fehler führten zur völligen Niederlage seiner Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE). Am Montag gab die Regierung in Colombo die Einnahme der letzten Rebellenstellungen im Nordosten der Insel bekannt.
Für seine Anhänger stand der 54-jährige Prabhakaran im Zentrum des Kampfes um einen unabhängigen Staat der tamilischen Minderheit im Nordosten der Insel Ceylon. Seine zahlreichen Kritiker sahen ihn dagegen als brutalen Herrscher einer Selbstmordtruppe, der im Streben nach Macht wiederholt Friedensabkommen sabotierte. In mehr als einem Vierteljahrhundert Bürgerkrieg perfektionierten die LTTE ihre Praxis von Selbstmordanschlägen, töteten Spitzenpolitiker wie den früheren indischen Ministerpräsidenten Rajiv Gandhi und trieben die sri-lankische Regierung in die Enge.
Auf der Höhe der Macht herrschte der stattliche Rebellenführer mit dem buschigen Schnurrbart und der Browning-Pistole praktisch als Diktator über einen Schattenstaat mit Hunderttausenden Menschen im Norden Sri Lankas. Der Schattenstaat hatte seine eigene Flagge, eine Polizeitruppe und ein Justizsystem. Seine Guerillatruppe war mit schwerer Artillerie, einer Riege Selbstmordattentäter und einer rudimentären Luftwaffe ausgerüstet, die sogar einmal den Flughafen von Colombo bombardierte.
Hohe Einnahmen durch Schmuggel
Die Marine bestand aus kleinen Kampfbooten, primitiven U-Booten und grossen Schmugglerschiffen, die auf hoher See im Indischen Ozean im Einsatz waren. Die Rebellen sollen aus dem Waffen- und Drogenschmuggel, einem Netz vorgetäuschter Wohltätigkeitsorganisationen und Spenden von Tamilen im Exil jährlich bis zu 300 Millionen Dollar (222 Millionen Euro) eingenommen haben.
Prabhakaran selbst führte ein Leben im Verborgenen, er tauchte nur selten in der Öffentlichkeit auf und zog es vor, sich jeweils im November mit einer Art Rede zur Lage der Nation an die Bevölkerung zu wenden. Die Kämpfer der LTTE, die zum Teil zwangsweise als Kinder rekrutiert wurden, sahen Prabhakaran als ihren unbestrittenen Führer an. Er befahl ihnen sexuelle Enthaltsamkeit und den Abbruch persönlicher Beziehungen. Ausserdem sollten sie eine Zyanid-Ampulle um den Hals tragen, so dass sie sich im Fall ihrer Gefangennahme das Leben nehmen konnten.
«Er ist ihr Gehirn. Er ist ihr Herz. Er ist ihr Gott. Er ist ihre Seele. Und die ganze Organisation kreist um ihn», erklärte der indische Journalist M.R. Narayan Swamy, der eine Biografie des Rebellenführers geschrieben hat.
Autonomie für die Tamilen als unzureichend abgelehnt
Prabhakaran war Drahtzieher von Angriffen auf Stützpunkte der sri-lankischen Streitkräfte, denen Hunderte Soldaten zum Opfer fielen. Für Offensiven der Streitkräfte nahm er blutige Rache. Wegen der vielen Selbstmordanschläge - darunter einer auf das grösste buddhistische Heiligtum Sri Lankas 1998 - setzten die EU, die USA und Indien die LTTE auf die Liste der Terrororganisationen. Die Gruppierung tötete auch mehrere sri-lankische Politiker, darunter den früheren Präsidenten Ranasinghe Premadasa.
Zwar wurde Prabhakaran zuweilen als Meisterstratege bezeichnet, doch unterliefen ihm im Lauf der Jahre auch eine Reihe von Fehleinschätzungen, die letztlich zu seinem Untergang führten. 1991 brachte er mit dem Attentat auf Gandhi seine stärksten Befürworter in Indien gegen sich auf. Die Tat war offenbar ein Racheakt für eine fehlgeschlagene indische Friedensmission in Sri Lanka. Während Friedensverhandlungen, die auf eine Waffenruhe 2002 folgten, lehnte er nach Angaben aus Diplomatenkreise einen Vorschlag ab, der den Rebellen weitgehende Autonomie - aber nicht die Unabhängigkeit - über den Nordosten gebracht hätte. Der Vorschlag galt allgemein als bestes Angebot, dass Prabhakaran je erhalten würde.
2004 verliess der ranghohe Kommandeur Oberst Karuna die LTTE-Führung und nahm Tausende seiner Kämpfer mit. Schliesslich rief Prabhakaran 2005 zu einem tamilischen Boykott der Präsidentenwahl auf. Dies trug zum Sieg des Hardliners Mahinda Rajapaksa bei. Nach dem Zusammenbruch neuer Friedensgespräche schnitten die Rebellen die Wasserversorgung für 60'000 Menschen im Osten Sri Lankas ab und lösten damit eine Regierungsoffensive aus. Bei den Gefechten wurden die Rebellen aus dem Osten vertrieben, Truppen nahmen im Januar die Verwaltungshauptstadt der Rebellen, Kilinochchi, ein. Und schliesslich folgte deren vollständige Niederlage. (sam/ap)
Erstellt: 18.05.2009, 16:20 Uhr
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27 Kommentare
Euch allen hat die Regierung die Augen zugebunden. Schreibt die Biografie aller Präsidenten von Sri Lanka. Alles Rassisten und unmenschliche Singhalesen. Keiner wollte den Tamilen helfen. Alle tamilischen Gebiete wurden an China, Indien, Japan, Pakistan und anderen Ländern verkauft. Antworten
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