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Eile beim Abzug der Afghanistan-Truppen

Aktualisiert am 02.02.2012 1 Kommentar

Die Taliban rechnen jetzt schon damit, nach dem Abzug der USA wieder die Macht zu übernehmen. Nun wurde bekannt, dass sich die Nato sogar schon früher zurückziehen wird. Kabul reagiert überrascht.

«Das wirft die gesamte Planung über den Haufen»: Taliban-Kämpfer, nachdem sie sich den Regierungstruppen angeschlossen haben. (29. Januar 2012)

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Die Nato wird sich ab Mitte 2013 schrittweise von Kampfeinsätzen in Afghanistan zurückziehen. Kurz vor dieser Ankündigung von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatten die USA bereits das Ende von Kampfeinsätzen bis Ende 2013 bekannt gegeben.

Der schrittweise Rückzug der Nato von den Kampfeinsätzen ab Mitte 2013 ändere nichts an der Übergabe der Sicherheitsverantwortung. Diese werde bis Ende 2014 der afghanischen Armee und Polizei übergeben, sagte Rasmussen am Donnerstag am Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Laut Rasmussen ist dieser Zeitrahmen nichts Neues.

Taliban rechnen mit der Macht

Vor Rasmussen hatte sich US-Verteidigungsminister Leon Panetta zu den Abzugsplänen geäussert. Die US-Streitkräfte in Afghanistan sollten den Kampfeinsatz Mitte oder gegen Ende 2013 beenden und auf eine Beraterrolle umschwenken.

Die USA hatten bisher erklärt, sie würden einen Grossteil ihrer Kampftruppen bis Ende 2014 abziehen. Der neue Zeitplan stimme mit der in Lissabon beschlossenen Nato-Strategie überein, betonte Panetta.

Einem US-Militärbericht zufolge gehen die radikal-islamischen Taliban davon aus, dass sie künftig wieder das Land beherrschen werden. Eine Rückkehr der Taliban nach dem Abzug der Isaf wäre ein politischer Rückschlag für die internationale Gemeinschaft, die Milliarden dafür ausgegeben hat, die Taliban zu stürzen und ein demokratisches System in dem Land zu etablieren.

Wahltaktik

Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte schon erklärt, dass die französischen Soldaten bis Ende 2013 abziehen sollen. Wie Sarkozy kämpft US-Präsident Barack Obama in diesem Jahr um seine Wiederwahl. Ein rascheres Ende des kostspieligen Kampfeinsatzes könnte beiden Auftrieb in der Wählergunst verschaffen.

«Wir alle sind der Meinung, dass es 2013 eine Entwicklung der Mission geben wird», sagte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond. Die Afghanen müssten bei der Sicherheitsverantwortung dann die «Führungsrolle» übernehmen, auch wenn die ausländischen Kräfte sie weiter bei Kämpfen unterstützten.

Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière sagte, er verfolge die Diskussion über Äusserungen Panettas «mit Erstaunen». Auch deutsche Soldaten würden vor Ende 2014 schrittweise aus Afghanistan abgezogen. Der Einsatz der Schutztruppe Isaf laufe aber bis Ende 2014.

«Bis dahin brauchen wir eine angemessene Truppenstärke, auch deutscher Soldaten, um die Übergabe in Verantwortung seriös durchführen zu können und um den Abzug geordnet zu organisieren», sagte de Maizière. «Der Weg bis zum Ende des Jahres 2014 vollzieht sich natürlich in Schritten.»

Afghanistan reagierte überrascht auf die Ankündigung Panettas. «Die Entscheidung, dies ein Jahr vorzuziehen, wirft die gesamten Planungen für die Übergangsphase über den Haufen», hiess es in afghanischen Regierungskreisen. Damit müssten alle Vorbereitungen drastisch beschleunigt werden. Die afghanische Regierung sei vorab nicht informiert worden.

(kpn/kle/sda)

Erstellt: 02.02.2012, 19:03 Uhr

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1 Kommentar

Rolf Raess

03.02.2012, 18:35 Uhr
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Mit dem Geld das die Bush Clique durch ihren Afghanistan Krieg versauten, hätte man die ganze Afghanische Bevölkerung voller Gold hängen können. Dass gewisse europäische Länder, wie Merkel Deutschland, noch immer für sehr viel Geld den Mohnanbau* dort "bewachen", entbehrt nicht einer gewissen Ironie…
*(nach UNO Drogenbericht 2010 ist die Heroin-Produktion 10x grösser als unter den Taliban).
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