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Ein Pferdchen veralbert Chinas Web-Zensoren

Um die staatliche Kontrolle zu überlisten, benutzt die chinesische Onlinegemeinschaft ein Tier namens «Gras-Matsch-Pferd» – mit Codewörtern, die an deftige Flüche erinnern.

Das Kinderlied vom «Grass-Matsch-Pferd» (Quelle: Youtube.com)

Zehntausende Menschen in aller Welt haben das Youtube-Video mit dem Titel «Das Lied des Gras-Matsch-Pferdes» schon angeschaut: ein verwirrendes Filmchen, das ein zotteliges Huftier – in Wahrheit ein Alpaca – in verschiedenen Posen zeigt, unterlegt von einem Kinderlied in chinesischer Sprache. Es handelt sich allerdings keineswegs um einen harmlosen Kindergartenspass, sondern einen gewitzten Protest gegen Chinas Internetaufpasser.

Verschlüsselte Kritik am Staatsapparat

Wie die «New York Times» berichtet, steckt das Lied voller versteckter Andeutungen in Formen von Wortspielen: Die «Flusskrebse», die sie besiegen, klingen in chinesischer Sprache ähnlich wie das Wort «Harmonie», das im Cyberspace als Synonym für Zensur verwendet wird. Staatspräsident Hu Jintao hatte diesen Ausdruck verwendet und eine «harmonische» Gesellschaft als Ziel definiert. Und das «Grasland», von dem die Krebse vertrieben werden, klingt auf Chinesisch verdächtig nach «Redefreiheit».

Auch der Name des putzigen Tierchens beschreibt keineswegs seinen Lebensraum, sondern spiegelt wohl den Zorn der zensurierten Bevölkerung wieder: Einige Zeilen über das Cao Ni Ma, was soviel wie «Gras-Matsch-Pferd» bedeutet, klingen in den Ohren von Chinesinnen und Chinesen wie die mehrfache und rüde Aufforderung, einen Geschlechtsakt mit der eigenen Mutter zu vollziehen.

Vierbeiniges Symbol für den Widerstand

In China hat das Tier trotz seines derben Namens eine grosse Fangemeinde: Laut dem Journalismus-Dozenten Xiao Qiang von der University of California, ist das «Gras-Matsch-Pferd» mittlerweile eine landesweit bekannte Ikone des Widerstands gegen die Zensur – zum Unmut der staatlichen Meinungskontrolleure, die seit dem Artikel in der «New York Times» im Internet Jagd auf das vorwitzige Tier machen.

Erstellt: 30.03.2009, 15:43 Uhr

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3 Kommentare

Marcel Wittwer

30.03.2009, 21:30 Uhr
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Wie üblich dürfen wir ein harmloses Nicht-Nachrichtelchen kommentieren. Die wirklich wichtigen Themen überfordern die Zensoren bei espace.ch. Auffällig auch, dass die wirklich wichtige Nachricht des Tages überhaupt nicht erscheint: Das chinesische Militär hat in 103 Ländern spioniert und infiltriert per Internet: Botschaften, Aussenministerien etc. Das wäre eine bedrohliche Neuigikeit! Antworten


Linus Grob

30.03.2009, 13:15 Uhr
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Wenn das ein Pferd ist bin ich der Osterhase! Steht ja sogar noch kurz, dass es ein Alpaka sei ;-) Antworten


Ronnie König

30.03.2009, 12:44 Uhr
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Die Gedanken und (das Internet) sind frei..... Die Chinesen als altes Kulturvolk sollten sich wandeln zu einem modernen Kulturvolk. Es kommt auch für die Partei, wie es kommen muss. Zensur verhindert nicht, sondern verzögert nur. Antworten



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