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«Feinde identifizieren und ohne Schuldgefühl vernichten»

Aktualisiert am 23.11.2009

In Phnom Penh steht der frühere Rote-Khmer-Führer Kaing Guek Eav vor Gericht. Ein übereifriger, mitleidloser Gefängnischef, sagen die Ankläger. Im Folterzentrum S-21, das von Bav geführt wurde, starben 16'000 Menschen.

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17. April 1975: Die Armee der Roten Khmer unter der Führung von Pol Pot eroberte Phnom Penh.
Bild: Keystone

   
Mitleidloser Pol-Pot-Funktionär: Kaing Guek Eav.

Mitleidloser Pol-Pot-Funktionär: Kaing Guek Eav. (Bild: Keystone)

Der wegen des Völkermords Ende der 70er-Jahre in Kambodscha angeklagte frühere Rote-Khmer-Führer Kaing Guek Eav, genannt Duch, war nach Darstellung von Anwälten der Kläger ein übereifriger und völlig mitleidsloser Gefängnischef.

«Er war nicht nur stolz auf seine Aufgabe, er war auch überzeugt von der Parteilinie, Feinde zu identifizieren und ohne jedes Schuldgefühl zu vernichten», sagte Kong Pisey, ein Anwalt der zivilen Nebenkläger im Prozess gegen den Leiter des Folterzentrums S-21 am Montag. Dort wurden 16'000 Männer, Frauen und Kinder umgebracht.

Wirklichkeit heruntergespielt

Der Prozess gegen Duch steht nach acht Monaten nun vor dem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft eröffnet ihr Plädoyer am Dienstag, der Angeklagte wird am Mittwoch nochmals aussagen. Am Freitag soll der Prozess abgeschlossen werden, die Richter werden voraussichtlich Anfang kommenden Jahres das Urteil und Strafmass verkünden. Im Prozess sagten Experten sowie einige der wenigen Überlebenden von S-21 aus.

Trotz seines Schuldeingeständnisses vom Beginn des Prozesses habe Duch laufend versucht, seine Verantwortung für die «grausame Wirklichkeit» in S-21 herunterzuspielen, sagte Karim Khan, ein weiterer Anwalt der Hinterbliebenen der Opfer. Duch folgte den Ausführungen der Anwälte am Montag regungslos und zeigte keine Emotionen.

In Massengräbern verscharrt

Sein Verteidiger François Roux sagte am Sonntag, sein Mandant hoffe, die Richter würden berücksichtigen, dass er sich zu seiner Schuld bekannt habe. «Er hat seine Opfer um Vergebung gebeten», sagte Roux. Duch sei vor seiner letzten Aussage diese Woche «nervös und ängstlich». Duch hat vor Gericht erklärt, er habe in S-21 nur Befehle ausgeführt, um sein eigenes Leben zu retten.

In dem Folterlager, einer vormaligen Schule in der Hauptstadt Phnom Penh, wurden Tausende misshandelt. Anschliessend wurden sie getötet und in Massengräbern nahe der Stadt verscharrt. Insgesamt verloren während der Herrschaft der Roten Khmer von 1975 bis 1979 mindestens 1,7 Millionen Menschen ihr Leben. Das mit Unterstützung der Vereinten Nationen eingerichtete Völkermord-Tribunal hat Prozesse gegen insgesamt fünf noch lebende Führungsmitglieder des Regimes vorbereitet. Der Anführer der Roten Khmer, Pol Pot, starb 1998. (etr/ap)

Erstellt: 23.11.2009, 14:14 Uhr

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