In Afghanistan liegen die Nerven blank
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«Sie haben auf das Fahrzeug der Armee gefeuert und versehentlich sechs Soldaten getötet», sagte der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammed Omar. Wie das deutsche Einsatzführungskommando am Samstag in Potsdam mitteilte, verliessen am Freitag um 19.21 Uhr (16.51 MESZ) deutsche Soldaten das Feldlager in Kundus, um die seit dem Mittag in Gefechte verwickelten Soldaten abzulösen.
Auf dem Weg zum Einsatzort im Norden des Landes fuhren zwei zivile Fahrzeuge auf die Deutschen zu und hielten trotz «durchgeführter Sicherheits- und Identifizierungsverfaren» nicht an. Daraufhin eröffnete ein deutscher Schützenpanzer das Feuer auf eines der Fahrzeuge, wie der Sprecher sagte.
Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei den zivilen Autos um Fahrzeuge der Afghan National Army. Im Gegensatz zum Gouverneur sprach der deutsche Sprecher von fünf getöteten Soldaten. Die Bundeswehr bedauere den Vorfall.
Angriff auf deutsche Truppen
Ein örtlicher Regierungssprecher sagte, afghanische Kommandeure träfen sich am Samstag mit Vertretern der Koalitionstruppen, um über den Zwischenfall zu sprechen.
Am Freitag waren bei Gefechten zwischen radikal-islamischen Taliban und der deutsche Armee drei deutsche Soldaten getötet worden. Acht Soldaten wurden verletzt, vier davon schwer. Seit Beginn des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan 2002 sind dort 39 deutsche Soldaten getötet worden.
(ddp)
Erstellt: 03.04.2010, 09:56 Uhr
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