Japans Wirtschaft hart getroffen
Aktualisiert am 14.03.2011 2 Kommentare
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Finanzmärkte:
Die Bank von Japan will «ihr Äusserstes tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu gewährleisten». Bis Sonntag versorgte sie 13 Finanzinstitute mit insgesamt rund 55 Milliarden Yen (624 Millionen Franken) Sonderhilfen, damit die Branche den Anforderungen nach dem Beben gewachsen ist.
Für Montag will die Zentralbank einem Medienbericht zufolge den Markt mit zusätzlicher Liquidität versorgen. Die Zinsen liegen bereits de facto bei Null. Am Montag sollen alle Bereiche der Zentralbank nach deren Angaben normal geöffnet sein. Auch die Tokioter Aktienbörse sollte den Handel wie gewohnt aufnehmen.
Atomkraft:
Die Atomstromproduktion in Japan wurde durch das Beben und den Tsunami in etwa halbiert: Nach dem Beben schalteten sich sieben Siedewasserreaktoren in der Anlage Fukushima Daiichi sowie dem benachbarten Werk Fukushima Daini automatisch ab. Beide Anlagen werden von Tokyo Electric Power Co (Tepco) betrieben. Insgesamt wurden in Folge des Bebens automatisch elf Reaktoren in vier Atomkraftwerken abgeschaltet, betroffen sind drei Betreiberfirmen.
Versorger:
Tepco rechnete mit Engpässen bei der Stromversorgung und wollte die Menschen auf Stromausfälle vorbereiten. Andere Stromanbieter halfen Tepco aus, die Lieferengpässe für Millionen Haushalte zu überbrücken. Tokyo Gas teilte mit, die Gasversorgung für Zehntausende Haushalte habe unterbrochen werden müssen.
Industrie:
Der weltgrösste Autohersteller Toyota ( 76.44 -1.01%) stellt am Montag den Betrieb in all seinen zwölf Fabriken ein. Auch andere Autobauer sind betroffen: Nissan setzte die Produktion an allen seinen vier Autofertigungsstandorten in Japan aus.
In zwei Werken war es zu kleineren Bränden gekommen. Honda teilte mit, ein 43-jähriger Mitarbeiter sei an einem Forschungsstandort der Firma ums Leben gekommen, als ein Gebäude einstürzte. 30 Menschen wurden verletzt. Vier heimische Fabriken und ein Forschungszentrum sollten am Montag ebenfalls geschlossen bleiben.
Der Elektronikriese Sony ( 13.56 -3.14%) unterbrach die Produktion in sechs Werken in der betroffenen Region. Eine Fabrik wurde überschwemmt, die anderen fünf wurden den Angaben nach nicht schlimmer beschädigt.
Auch europäische Firmen berichteten von Einschränkungen wegen Stromausfällen oder der Evakuierung ihrer Mitarbeiter, darunter der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline sowie der Waadtländer Lebensmittelriese Nestlé.
Versicherer:
Experten schätzen den versicherten Schaden durch die Ereignisse vorerst auf mindestens 15 Milliarden Dollar. (pbe/sda)
Erstellt: 14.03.2011, 10:19 Uhr
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2 Kommentare
Abgesehen davon, dass das menschliche Leid unbezifferbar ist: Die "versicherten" Schäden interessieren niemanden! Denn diese sind ja gedeckt bzw. schlagen höchstens jenen auf den Magen, die schlecht gerechnet haben. Relevant für die Volkswirtschaft sind die NICHT versicherten Schäden, und die sind regelmässig um Faktor 5 bis 50x höher (Kobe 1995: Faktor 33!) Antworten
Abgesehen davon, dass das menschliche Leid unbezifferbar ist: Die
"versicherten" Schäden interessieren niemanden! Denn diese sind ja
gedeckt bzw. schlagen höchstens jenen auf den Magen, die schlecht
gerechnet haben. Relevant für die Volkswirtschaft sind die NICHT
versicherten Schäden, und die sind regelmässig um Faktor 5 bis 50x höher
(Kobe 1995: Faktor 33!)
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