Ausland

Karzai für zweite Amtszeit vereidigt

Aktualisiert am 19.11.2009

Der afghanische Präsident Hamid Karzai ist am Donnerstag für eine zweite Amtszeit von fünf Jahren vereidigt worden. Zu den Gästen gehörten Hillary Clinton und Guido Westerwelle.

Massive Sicherheitsvorkehrungen: Hamid Karzai in Begleitung von Hillary Clinton in Kabul.

Massive Sicherheitsvorkehrungen: Hamid Karzai in Begleitung von Hillary Clinton in Kabul.
Bild: Keystone

Der 51-jährige Paschtune Hamid Karzai legte den Amtseid vor Hunderten geladenen Gästen und Vertretern aus 40 Ländern auf dem Gelände des Präsidentenpalastes in Kabul ab. Die Zeremonie fand unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Karzai steht zu Beginn seiner zweiten Amtszeit unter grossem Druck. Die Präsidentschaftswahl im August war von massivem Wahlbetrug begleitet. Eine Stichwahl, der Karzai nach internationalem Druck zugestimmt hatte, entfiel, nachdem sich der Herausforderer Abdullah Abdullah zurückzog. Er hatte die rechtmässige Durchführung der Stichwahl infrage gestellt.

Sehnsucht nach Sicherheit und Wohlstand

In seiner Rede zur Amtseinführung muss Karzai mindestens zwei Öffentlichkeiten zufriedenstellen: Die afghanische, die sich nach Sicherheit und Wohlstand sehnt, und die internationale, die einen entschlossenen Kampf gegen Korruption, Drogenhandel und Taliban fordert. Afghanistan gehört immer noch zu den zehn ärmsten Ländern der Welt, Gewalt und Angriffe der Taliban haben zuletzt stark zugenommen.

Karzai regiert Afghanistan seit dem Sturz der Taliban Ende 2001. Zunächst wurde er auf einer internationalen Konferenz auf dem Bonner Petersberg als Leiter einer Übergangsregierung eingesetzt, später bestätigte ihn eine traditionelle grosse Stammesversammlung, die sogenannte Loja Dschirga, im Amt. 2004 wurde er erstmals vom Volk gewählt.

Westerwelle und Clinton bei Amtseinführung in Kabul

Westerwelle traf am Donnerstag zu einem unangekündigten Blitzbesuch in Afghanistan ein. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte, dass er dort an der Amtseinführung Karzais teilnehmen wollte. Nach der Landung in Kabul gab es zunächst einen Empfang in der US-Botschaft.

Dabei bekräftigte US-Aussenministerin Hillary Clinton, dass Karzai nach seiner von Fälschungen überschatteten Wiederwahl in der Bringschuld stehe. Die internationale Gemeinschaft werde die neue afghanische Regierung weiter unterstützen. Bedingung sei aber, dass Karzai die afghanischen Sicherheitskräfte entschlossener aufbaue und spürbare Verbesserungen im Alltagsleben der Bevölkerung erreiche.

Bereits am Mittwoch waren die Sicherheitsvorkehrungen in Kabul wegen der bevorstehenden Zeremonie der Amtseinführung Karzais deutlich verschärft worden. Die Patrouillen der Sicherheitskräfte wurden verstärkt, Hubschrauber kreisten über der Stadt. Die zu ausländischen Botschaften führenden Strassen wurden gesperrt. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, am Donnerstag zu Hause zu bleiben, um den Verkehr zu verringern und Kontrollen zu erleichtern. Der Linienflugverkehr von und nach Kabul wurde für den Donnerstag eingestellt. (etr/ap)

Erstellt: 19.11.2009, 10:02 Uhr

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