Ausland

Karzai und Abdullah: Jeder beansprucht den Sieg für sich

Aktualisiert am 21.08.2009

Nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan glauben beide Spitzenkandidaten, das Rennen für sich entschieden zu haben. Die Wahlbeteiligung war überraschend hoch.

Propaganda-Offensive nach der Wahl: Hamid Karzai und Abdullah Abdullah.

Propaganda-Offensive nach der Wahl: Hamid Karzai und Abdullah Abdullah.
Bild: Keystone

Aus dem Wahlkampfbüro von Hamid Karzai verlautet, der Präsident habe eine Mehrheit der Stimmen erreicht. «Unsere Zahlen zeigen, dass wir genügend Stimmen haben, um zu gewinnen, ein zweiter Wahlgang ist damit nicht nötig», sagte Karzais Wahlkampfmanager Hadschi Din Mohammad am Freitag in Kabul. Das gehe aus den Daten hervor, die das Wahlkampfteam von den eigenen Beobachtern bei der Stimmenauszählung in den Wahllokalen sowie aus den Wahlkampfbüros erhalten habe.

Der Sprecher des Wahlkampfteams von Karsais wichtigstem Herausforderer Abdullah Abdullah, Sayed Fazel Sangcharaki, wies die Angaben dagegen als «Propaganda» zurück und reklamierte seinerseits die Führung für seinen Chef. Nach ersten Auszählungsergebnissen der Wahlkommission liege Abdullah mit 62 Prozent der Stimmen vor Karzai, der nur 32 Prozent erhalten habe, sagte Sangcharaki. «Wir müssen das Endergebnis abwarten.»

Offizielle Ergebnisse im September

Aus manchen süd- und südostafghanischen Provinzen gebe es noch keine Angaben. Dort sei es zu «gross angelegtem und organisiertem Betrug» durch Regierungsbeamte gekommen, sagte Sangcharaki weiter. Beobachtern von Abdullah sei der Zugang zum Wahllokal verweigert worden.

Derzeit werden die Stimmen der Wahl vom Donnerstag ausgezählt. Trends oder Ergebnisse wurden von der Unabhängigen Wahlkommission noch nicht veröffentlicht. Beobachter der Kandidaten dürfen bei der Stimmenauszählung anwesend sein. Mit einem amtlichen Ergebnis wird erst für Anfang September gerechnet.

Bis 50 Prozent Wahlbeteiligung

Die Wahlkommission erklärte lediglich, die Stimmenzählung sei beendet. 40 bis 50 Prozent der Wahlberechtigten hätten ihre Stimme abgegeben.

In Europa und den USA wird der Urnengang trotz der Gewalt als «Erfolg» gewertet. Für US-Präsident Barack Obama war die Wahl «anscheinend erfolgreich». (cpm/sda/ap)

Erstellt: 21.08.2009, 16:21 Uhr

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