Ausland

Mahr als 50 Pilger bei Anschlag im Irak getötet

Aktualisiert am 01.02.2010

Eine Selbstmordattentäterin hat am Montag in Bagdad inmitten einer Gruppe schiitischer Pilger einen Sprengsatz gezündet. Mindestens 54 Menschen kamen um.

Wird von einer neuen Welle der Gewalt heimgesucht: Irak (hier ein Anschlag am 26. Januar 2010).

Wird von einer neuen Welle der Gewalt heimgesucht: Irak (hier ein Anschlag am 26. Januar 2010).
Bild: Keystone

Mehr als 117 weitere Menschen wurden verletzt, wie irakische Behördensprecher mitteilten. Unter den Toten seien 18 Frauen und zwölf Kinder. Ein Krankenhaussprecher bestätigte die Zahlen. Der verheerende Anschlag galt Pilgern auf dem Weg in die heilige Stadt Kerbela. Dort feiern am Freitag hunderttausende Schiiten das Ende der 40-tägigen Trauerzeit nach dem Todestag Imam Husseins. Mit dem Tod dieses Enkels des Propheten Mohammed wurde im siebten Jahrhundert die Spaltung der schiitischen und sunnitischen Glaubensrichtung im Islam besiegelt.

Augenzeugen beschrieben chaotische Szenen im Anschluss an die Tat. Ein riesiger Feuerball sei inmitten der Pilger zu sehen gewesen, sagte der 35-jährige Rahim Chadhom. Viele Pilger seien blutverschmiert zu Boden gegangen und hätten um Hilfe gerufen. Passanten hätten Verletzten beigestanden und sie mit Privatwagen in Krankenhäuser gebracht, sagte Chadhom.

Angst vor weiteren Anschläge

Nach Angaben eines Militärsprechers wurden die Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Alarmbereitschaft versetzt. Die Attentäterin hatte sich in einer Gruppe schiitischer Pilgerinnen in die Luft gesprengt, die an einem Kontrollpunkt warteten. Die Frau habe den Sprengsatz unter ihrem Gewand verborgen, hiess es.

Auf dem Weg nach Kerbela passieren zahlreiche Schiiten das Bagdader Viertel Shaab, in dem der Anschlag verübt wurde. Beobachter befürchten bis zum Höhepunkt der Pilgerfahrt am Freitag weitere Terrorakte.

Häufig Gläubige im Visier

Während einer Pilgerfahrt im Februar vergangenen Jahres hatte eine Selbstmord-Attentäterin einen Anschlag auf ein Zelt verübt, in dem sich viele Frauen und Kinder aufhielten. 40 Menschen wurden getötet und 60 verletzt.

Einen Monat zuvor hatte sich ein als Frau verkleideter Selbstmordattentäter vor einer Moschee im schiitischen Stadtviertel Kasimijah in die Luft gesprengt und mehr als drei Dutzend Menschen getötet. (sam/raa/sda)

Erstellt: 01.02.2010, 16:52 Uhr

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