Ausland

Massenschlägerei in Taiwans Parlament

Aktualisiert am 08.07.2010

Im Parlament von Taipeh sind die gegnerischen Parteien handgreiflich geworden. Der Grund dafür ist ein Streit um ein Handelsabkommen zwischen China und Taiwan.

1/5 Faustschläge und Beleidigungen: Mitglieder der Regierungs- und Oppositionspartei gehen aufeinander los.
Bild: Keystone

   

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Rangelei im taiwanischen Parlament

Rangelei im taiwanischen Parlament
Im Streit um ein Handelsabkommen zwischen China und Taiwan im Parlament von Taipeh sind die gegnerischen Parteien handgreiflich geworden.

Mehrere Abgeordnete beider Parteien wurden am Donnerstag verletzt, als die Debatte über das Handelsabkommen mit China eskalierte. Wu Yu-sheng von der regierenden Kuomintang-Partei musste ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem er von einem geworfenen Gegenstand im Gesicht getroffen wurde, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Regierungschef Wu Den-yih sagte, sein Parteifreund sei im Augenwinkel verletzt worden und habe genäht werden müssen.

Ein anderer Parlamentarier von der oppositionellen DDP musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden, nachdem ihn mehrere Gegner vom Rednerpodest gestossen hatten. Mindestens zwei weitere Abgeordnete erlitten bei dem Tumult kleinere Verletzungen.

Das Handelsabkommen mit China

Vertreter Chinas und Taiwans hatten vergangene Woche ein historisches Handelsabkommen unterzeichnet. Kritiker befürchten, dass dadurch der chinesische Einfluss in Taiwan steigt, und sehen darin einen ersten Schritt zur Wiedervereinigung.

Die Regierung in Taipeh argumentiert, dass der Pakt das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung fördern werde. Er sieht Zollvergünstigungen für etwa 540 taiwanische Produktbereiche von Petrochemikalien bis Textilien und für nur halb soviele chinesische Kategorien vor.

Der ewige Konflikt

China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit der Revolution 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. Seit der Amtsübernahme von Präsident Ma Ying-jeou 2008 haben sich die beiderseitigen Beziehungen jedoch deutlich verbessert.

(jak/afp)

Erstellt: 08.07.2010, 17:41 Uhr

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