Ausland

Mit schusssicherer Weste in die Krisenregion

Aktualisiert am 18.06.2010

Kirgisiens Interimspräsidentin Rosa Otunbajewa ist in den krisengeschüttelten Süden des zentralasiatischen Landes gereist. Die UNO geht von einer Million Flüchtlingen aus.

Bodyguards und Schussweste: Rosa Otunbajewa landet mit einem Militärhelikopter in der Stadt Osh im süden des Landes.

Bodyguards und Schussweste: Rosa Otunbajewa landet mit einem Militärhelikopter in der Stadt Osh im süden des Landes.
Bild: Keystone

Sie wollte sich ein Bild von der durch ethnische Unruhen erschütterten Region zu machen. Bekleidet mit einer schusssicheren Weste landete die kirgisische Interimspräsidentin Rosa Otunbajewa im Zentrum der von Gewalt erschütterten Stadt Osch, die rund 300 Kilometer südlich von der Hauptstadt Bischkek liegt. «Ich bin hierher gekommen, um mit den Menschen zu sprechen und aus erster Hand zu erfahren, was hier passiert», sagte sie.

«Wir werden alles tun, um die Stadt wieder aufzubauen», sagte Otunbajewa mit Blick auf die tagelangen Kämpfe. Otunbajewa wies Kritik an ihrer Übergangsregierung zurück. Es stimme nicht, dass diese nichts tue.

Unterdessen landete der für Zentralasien zuständige US-Spitzendiplomat Robert Blake in der usbekischen Stadt Andischan, die an der Grenze zu Kirgisien liegt. Er wollte die Flüchtlingslager in der Gegend besuchen.

Über 200 Todesopfer

Die Vereinten Nationen (UNO) haben am Freitag ihre Schätzungen für die Hilfe an Kirgisien nach oben korrigiert. Rund eine Million Menschen im zentralasiatischen Land sei vom Konflikt zwischen Usbeken und Kirgisen betroffen.

«Wir planen unsere Hilfe für die bereits vom Konflikt betroffenen und solche, die in den kommenden Wochen betroffen sein könnten, erklärte der Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Es sei die Arbeitshypothese für die Bereitstellung von Hilfe. Die Zahlen seien provisorische Schätzungen, die Lage entwickle sich laufend, sagte der WHO-Vertreter weiter.

Bei den mittlerweile abgeflauten Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der usbekischen Minderheit und Kirgisen sind seit dem 10. Juni nach offiziellen Angaben rund 200 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könnte nach Aussagen von Otunbajewa aber bis zu zehnmal höher liegen. (jak/sda)

Erstellt: 18.06.2010, 10:10 Uhr

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