«Niemand kann sich vorstellen, wie ernst die Konsequenzen sein werden»
Scharfe Worte: Nordkoreas Uno-Botschafter Sin Son Ho. (Bild: Keystone )
Verhaftung in Südkorea
In Südkorea ist ein Zwei-Sterne-General wegen Geheimisverrats festgenommen worden. Er habe Informationen an einen Mann weitergegeben, der vermutlich als Spion für Nordkorea arbeite, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwoch. Dabei handele es sich um Teile eines gemeinsamen Operationsplans der USA und Südkoreas für den Fall einer militärischen Auseinandersetzung mit Nordkorea. Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte lediglich, der General stehe im Verdacht, Vorschriften zum Schutz von Militärgeheimnissen verletzt zu haben.
Der Spion, der früher für Südkorea arbeitete, wurde laut Medienberichten verhaftet. Er soll zwischen 2005 und 2007 mehrere Militärgeheimnisse an Nordkorea weitergegeben haben.
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Nordkorea hat in einem Brief an den UNO-Sicherheitsrat die Beteiligung am Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes zurückgewiesen. Der UN-Sicherheitsrat solle über die «einseitig gefälschten» Ermittlungsergebnisse gar nicht erst beraten, forderte Pjöngjangs UN-Botschafter Sin Son Ho laut einer Meldung der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA.
«Niemand kann sich vorstellen, wie ernst die Konsequenzen» einer solchen Debatte wären, zitierte KCNA aus einem Schreiben des UN-Botschafters. Er drohte mit ernsthaften Konsequenzen für Frieden und Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel.
Im Konflikt um die Versenkung der Korvette «Cheonan» hatte sich Südkorea am vergangen Freitag beim Sicherheitsrat beschwert. Ein internationales Ermittlerteam war zu dem Ergebnis gekommen, dass das Schiff Ende März von einem nordkoreanischen Torpedo getroffen worden war.
Nichts weiter als eine Verschwörung
Die Regierung in Seoul appellierte an den Rat, offiziell gegen die aggressive Tat Stellung zu beziehen. Beim Untergang der «Cheonan» waren 46 Seeleute ums Leben gekommen. Der nordkoreanische UNO-Botschafter unterstellte Südkorea und den USA, ein Komplott geschmiedet zu haben.
Die Vorwürfe seien nichts weiter als eine Verschwörung mit dem Ziel, politischen und militärischen Interessen der USA zu dienen. Der Sicherheitsrat müsse helfen, auch nordkoreanische Ermittler zuzulassen. Nordkorea hatte wiederholt bestritten, in den Schiffsuntergang verwickelt zu sein.
Humanitäre Hilfe bleibt
Trotz des heftigen Wortgefechtes bemüht sich Südkorea wieder um eine leichte Deeskalation der verfahrenen Lage. So hat Seoul zwei Hilfslieferungen an den kommunistischen Norden genehmigt. Noch in diesem Monat sollten Milch und Milchpulver an einen Kindergarten in Pyongyang sowie in die nordkoreanische Provinz Hamgyong geschickt werden, sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Ministeriums für Wiedervereinigung am Mittwoch.
Trotz der Ende Mai gegen Nordkorea verhängten Handelssanktionen «werden wir weiter humanitäre Hilfe für die Schwachen bereitstellen, wie Babys und Kinder», sagte die Sprecherin. (jak/sda)
Erstellt: 09.06.2010, 21:10 Uhr
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