Ausland

Nordkorea kommt der Atombombe näher

Aktualisiert am 03.11.2009

Nordkorea hat nach eigenen Angaben abgebrannte Brennstäbe erfolgreich wieder aufbereitet. Damit kann Plutonium für Atomwaffen erzeugt werden.

Wieder in Betrieb genommen: Die Atomaufbereitungsanlage Yongbyon.

Wieder in Betrieb genommen: Die Atomaufbereitungsanlage Yongbyon.
Bild: Keystone

Mit der Aufarbeitung von abgebrannten Kernbrennstäben hat Nordkorea nach eigenen Angaben sein Atomwaffenpotenzial ausgeweitet. Insgesamt sei das Plutonium aus 8000 verbrauchten Brennstäben herausgezogen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Dies würde dem kommunistischen Land genügend Plutonium für eine weitere Atombombe verschaffen. Internationale Experten vermuten, dass Pyongyang bereits über das Material für mindestens ein halbes Dutzend Nuklearwaffen verfügt.

Die Mitteilung Nordkoreas wurde als neuer Versuch gewertet, direkte Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu erzwingen. Washington hat einen solchen Dialog nicht ausgeschlossen, besteht aber zuvor auf einer Rückkehr Nordkoreas zu den Sechs-Parteien-Gesprächen mit den USA, Russland, China, Japan und Südkorea. Die Regierung in Pyongyang hat den USA daraufhin vorgeworfen, sich einer Unterredung zu verweigern, weil ein Angriff auf Nordkorea geplant sei.

Sechs-Parteien-Gespräche

Man sei deshalb gezwungen, Massnahmen zur Selbstverteidigung zu ergreifen, schrieb KCNA am Dienstag. Dies sei mit der Ausweitung des Atomwaffenpotenzials erfolgreich gelungen.

Im Februar 2007 hatte Nordkorea bei den Sechs-Parteien-Gesprächen einem Verzicht auf sein Nuklearprogramm zugestimmt und im Gegenzug die Zugsage für Wirtschaftshilfe erhalten. Die Umsetzung des Abkommens geriet jedoch bald ins Stocken und wurde schliesslich von Pyongyang aufgekündigt. (tan/sda)

Erstellt: 03.11.2009, 14:06 Uhr

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