Ausland

Regierungspartei erklärt Sieg in Taiwan

Aktualisiert am 14.01.2012

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Taiwan sind entschieden. Amtsinhaber Ma Ying-jeou wurde von den Wählern wieder bestätigt.

Seine Partei ruft den amtierenden Präsidenten zum Sieger aus: Ma Ying-jeou nach seiner Stimmabgabe in Taipei.

Seine Partei ruft den amtierenden Präsidenten zum Sieger aus: Ma Ying-jeou nach seiner Stimmabgabe in Taipei.
Bild: Keystone

Ist zur Zeit Präsident Taiwans: Ma Ying-jeou verlässt ein Stimmlokal in Taipei. (Bild: Keystone )

Es hat offenbar nicht gereicht: Oppositionsführerin Tsai Ing-wen. (Bild: Reuters )

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Der taiwanesische Präsident ist am Samstag im Amt bestätigt worden. Nach seiner Wiederwahl betonte Ma Ying-jeou von der Nationalen Volkspartei (KMT) den Erfolg seiner freundlichen Politik gegenüber China, die dem Land Frieden und wirtschaftliches Fortkommen beschert habe.

Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam Ma auf 51,6 Prozent, wie die Wahlkommission mitteilte. Oppositionsführerin Tsai Ing-wen von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) erlangte 45,6 Prozent der Stimmen. Mas ehemaliger Parteikollege James Soong lag weit abgeschlagen auf Platz drei. Die Regierungspartei KMT behielt auch die Kontrolle über das Parlament, musste aber Einbussen hinnehmen.

Vor jubelnden Anhängern im Zentrum von Taipeh dankte Ma seinen Wählern. «Sie haben uns für unsere Politik unterstützt, Differenzen mit dem Festland beiseitezulegen, den Frieden zu suchen und ihn in Geschäftsmöglichkeiten zu verwandeln», sagte der 61-jährige Ma.

Die USA begrüssten den Wahlsieg Mas. «Wir beglückwünschen Ma Ying-jeou zu seiner Wiederwahl und die Bevölkerung Taiwans zur erfolgreichen Durchführung ihrer Präsidentschafts- und Parlamentswahlen», hiess in einer Erklärung des Weissen Hauses. Darin betonten die USA auch die Wichtigkeit der Aussöhnung zwischen Taiwan und Festlandchina.

Öffnung für China

Im Juni hatten Taipeh und Peking ein Handelsabkommen geschlossen, mit dem die Zölle für hunderte Güter gesenkt wurden. In den vergangenen dreieinhalb Jahren öffnete Ma das Land zudem für Touristen aus China und erhöhte die Anzahl der Flüge vom Festland. Trotz des weiter andauernden Konflikts gelten die Beziehungen zwischen China und Taiwan derzeit als besser als jemals zuvor.

Er habe wegen dessen Bemühungen um eine Aussöhnung mit China für Ma gestimmt, sagte Bank-Manager Frank Chang am Samstag in Taipeh. «China ist eine wichtige Wirtschaftsmacht mit der weltweit grössten Nachfrage nach Gütern», sagte Chang. «Als kleine Insel kann sich Taiwan nicht vom Festland isolieren und trotzdem seine Wirtschaft am Leben erhalten.»

Oppositionskandidatin Tsai thematisiert soziales Gefälle

Oppositionsführerin Tsai hatte hingegen gehofft, von der Verärgerung der Taiwaner über das wachsende soziale Gefälle im Land profitieren zu können. Sie sieht die wirtschaftliche Öffnung gegenüber China kritisch. Zuletzt hatte die 55-Jährige dem Präsidenten vorgeworfen, im Austausch für wirtschaftliche Vorteile die faktische Unabhängigkeit Taiwans zu untergraben.

Die Büroangestellte Chen Yen-fen sagte, sie habe Tsai gewählt, weil sie den Eindruck einer fähigen Politikerin mache. «Ein Regierungswechsel könnte helfen, etwas gegen die sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich zu tun und viele andere Probleme zu lösen», sagte Chen. (rub/dapd)

Erstellt: 14.01.2012, 13:17 Uhr

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