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So lief der Angriff auf die Tanklastwagen ab

Die Bundeswehr verteidigt sich erneut vehement und präzisiert den Ablauf des Bombardements der zwei Tanklastwagen. Die Deutschen schildern Minute für Minute den Ablauf des Angriffs.

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Wehrt sich: Franz Josef Jung, deutscher Verteidigungsminister.

Wehrt sich: Franz Josef Jung, deutscher Verteidigungsminister. (Bild: Keystone)

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Der Luftangriff sei «militärisch notwendig und richtig» gewesen, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), Thomas Raabe. Raabe erklärte am Montag, es gebe derzeit keine «konsolidierten Erkenntnisse» über zivile Opfer. Nach seinen Worten wurden 56 Taliban getötet.

Raabe erklärte, es habe in der Vergangenheit «ernstzunehmende Warnhinweise» gegeben, dass Anschläge mit einem zu einer Bombe umfunktionierten Tanklastwagen gegen das regionale Wiederaufbauteam (PRT) in Kunduz oder gegen afghanische Liegenschaften geplant gewesen seien. «Die beiden entführten Lkw wären bestens geeignet gewesen», sagte der Sprecher.

Mehrere Quellen

Raabe zitierte aus einem Brief unter anderem des Gouverneurs, des Geheimdienstchefs und des Polizeichefs an den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, dass sich am Ort des Geschehens ausschliesslich Aufständische aufgehalten hätten. Es habe demnach mehrere Quellen gegeben, die dies vor dem Luftangriff bestätigt hätten.

Der Sprecher präzisierte auch das Geschehen vom Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche. So sei dem deutschen Feldlager in Kunduz am Donnerstag um 21.12 Uhr Ortszeit von der gemeinsamen afghanischen Operationszentrale gemeldet worden, dass zwei Lastwagen südlich des Lagers des deutschen Wiederaufbauteams entführt worden seien. Einer der Fahrer sei noch an Ort und Stelle ermordet worden.

Zweimal 227 Kilogramm Sprengstoff

Um 23.14 Uhr seien beide Tankwagen durch ein US-Flugzeug geortet worden, sagte Raabe. Bildaufnahmen hätten gezeigt, dass «etliche» Menschen Waffen getragen hätten. Nach 15 Minuten Luftaufklärung sei das US-Flugzeug wegen Treibstoffmangels abgezogen worden.

Nach weiteren 15 Minuten seien zwei F-15-Flugzeuge gekommen, die das Geschehen weiter beobachteten. Um 01.39 Uhr sei der Luftangriff vom deutschen Kommandant Oberst Georg Klein angeordnet worden.

Zehn Minuten später wurden zwei Bomben abgeworfen, die jeweils 227 Kilogramm schwer gewesen seien. Der Kommandant sei der Empfehlung der US-Piloten nicht gefolgt, eine wesentlich schwerere Bombe von 900 Kilogramm abzuwerfen.

Telefon mit McChrystal

Das Verteidigungsministerium hatte noch am Freitag erklärt, zwischen Entführung der Lkw und dem Luftangriff hätten nur 40 Minuten gelegen. Zudem war von einem Gewährsmann vor Ort die Rede, dessen telefonische Informationen sich mit der Luftaufklärung deckten.

Raabe sagte weiter, Jung habe am Sonntag mit dem Oberbefehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, telefoniert. Beide seien sich einig gewesen, dass zivile Opfer vermieden werden müssten. (sam/sda)

Erstellt: 07.09.2009, 15:26 Uhr

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12 Kommentare

Traugott Voser

08.09.2009, 03:07 Uhr
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Militaerisch ist der Bombardement absolut gerechtfertigt. Man haette aber in diesen ueber 2 Stunden bis zum Bombardement, genug Zeit gehabt, die inzwischen aufgetauchte Menge mit ihren Plastikkarnister zu vertreiben, bevor die Tanklaster bombardiert worden waehren. Antworten


Ernst Hiestand

08.09.2009, 02:50 Uhr
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Deutsch/USA Luftangriff auf Tanker 100% richtig. Wie schön doch von der Schweiz aus zu diskutieren und angreifen wenn kein einziger Angehöriger den Gefahren in Afghanistan ausgesetzt ist. Unseren Soldaten werden bald BEIDE Hände gebunden. Die Luftwaffe erspart Verluste unter unseren Truppen und das zählt in einem Krieg. Warum stehen die Afghaner nicht gegen die Taliban auf? EHiestand, Kanada Antworten


Peter Fischer

07.09.2009, 20:48 Uhr
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Ich verstehe die ganze Aufregung nicht recht. Der Beschuss war richtig. Wer bei der Entführung der Tanklastwagen mitgemacht hat wusste was das für Folgen haben kann. Die Frage ob es zivile Opfer gegeben hat ist reine Interpretationssache - es waren sicher alle "zivil" gekleidet, auch die Taliban. Aber es müsste eine andere Lösung geben, dieser Krieg ist nicht zu gewinnen... Antworten


Paul Thürig

07.09.2009, 20:20 Uhr
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Tragisch dieser Zwischenfall,aber in einem Krieg leider auch bittere Realität. Antworten


maurus candrian

07.09.2009, 17:50 Uhr
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@ brönimann: ich spreche vom ganzen konflikt. was wäre denn ihr lösungsansatz? von leuten, die andere kritisieren, erwarte ich bessere vorschläge ..... Antworten


hans dietiker

07.09.2009, 17:35 Uhr
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die Vernachlässigung der eigenen Sicherheiterfordernisse auf das Gesamtgeschehen, also auf den Krieg abzuwälzen, ist eher ein Schlamassel wie eine Kriegslist des Gegners. Wer in den Krieg zieht, geht nicht in die Sonntagsschule. Und wer als Soldat seinen Lebensunterhalt verdient, muss sich seiner Aufgabe bewusst sein. Sicherheitsvorkehrungen können u.a. Leben retten. Erst denken - dann Gehirn..... Antworten


hans dietker

07.09.2009, 17:18 Uhr
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wie war es möglich, zwei derart mit Risiken behaftete Tanklaster in Fremdbesitz zu bekommen. Sicherheitsmassnahmen gelten insbesondere auch in Kriegsgebieten. Wer an Kriegshandlungen beteiligt ist, sollte sich auch darin enthaltener Gefahren bewusst sein. So die die Regel. Versagen auf entstandenen Folgen abzulenken, beweist ledglich Führungsschwäche. Ernstfall ist eben kein Sandkastenspiel. Antworten


Max Mueller

07.09.2009, 17:02 Uhr
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Auf diversen Fotos sind hunderte herumliegende Plastikkanister zu sehen, was der Version "Das Volk hat sich bedient" Rückhhalt gibt. Ausserdem wurden bis jetzt keine Anschläge mit Tanklastern gemacht, dazu ist in blokierten Ländern der Sprit einfach zu wertvoll. Trotzdem macht es auch Sinn dass sich die Taliban zurückzogen da sie ja wussten wie gross das risiko ist... 150 Menschen für 40'000 Liter Antworten


Ulrich Brönimann

07.09.2009, 16:20 Uhr
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@ candrian: Was wäre die "reine Verteidigung der Unterkünfte" Ihrer Ansicht nach gewesen? Tee trinken und abwarten, bis die Tanklastwagen mit Selbstmordattentäter hinter dem Steuer auf das Lager der Truppen zugerast kommen? Na ja, ich weiss nicht... Antworten


Johann Binder

07.09.2009, 16:16 Uhr
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Kaum zu glauben,was alles nachträglich im Irak und in Afghanistan bekannt wird.Die Nato hat dort nichts zu suchen,wenn nun Deutschland von "Terroristen" bedroht wird,sollte man icht jammern,sondern aus Afganistan abziehen und zu Hause für Ordnung sorgen.Einzelne Politiker haben anscheinend immer mehr zu sagen,das Volk hat zu gehorchen,wird aber dann bedroht. Antworten


Hans Frei

07.09.2009, 16:08 Uhr
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Es darf davon ausgegangen werden, dass tatsächlich Zivilisten umgekommen wind. Zivilisten, welche sich notabene an einer Partisanenaktion beteiligten, mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Umso mehr irritiert es, wie diese Umstände mit minimalem Aufwand zu einem maximalen Rechtfertigungsbedürfnis auf der NATO-Seite führt. Der Asymmetrische Konflikt in Reinkultur, welcher so nicht zu lösen ist. Antworten


maurus candrian

07.09.2009, 15:27 Uhr
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der lösungsansatz für afghanistan müsste m.e. der folgende sein: die ausländischen truppen beschränken sich ab sofort auf reine verteidigung ihrer unterkünfte. unter federführung neutraler ausländischer (hauptsächlich islamischer) vermittler wird ein runder tisch organisiert, welcher einen abzugsplan der ausländer sowie eine föderalistische machtaufteilung in afghanistan ausarbeitet. Antworten



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