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Taliban-Terror wegen «unislamischen» Gästen
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Afghanische Sicherheitskräfte haben einen Angriff der radikal-islamischen Taliban auf ein Ausflugshotel am Stadtrand von Kabul niedergeschlagen. Bei den mehrstündigen Gefechten starben mindestens 26 Menschen, darunter die Angreifer.
Laut der afghanischen Polizei attackierten die Taliban-Kämpfer am Donnerstag kurz vor Mitternacht das Hotel am Kargha-See, der rund zehn Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt. Mindestens einer der Angreifer habe eine Sprengstoffweste gezündet. Nach der Stürmung des Hotels hätten sich die Kämpfer mit den Gästen des Hotels im Inneren des Gebäudes verschanzt.
Helikopter kreisten über Hotelkomplex
Unter den übrigen Hotelgästen brach Panik und Entsetzen aus, wie Augenzeugen berichteten. Viele seien in der Dunkelheit in den See gesprungen, um den Taliban zu entkommen. Über dem Komplex kreisten mehrere NATO-Kampfhelikopter.
Der afghanischen Regierung zufolge konnten rund acht Stunden nach Beginn des Angriffs bis zu 40 Geiseln in Sicherheit gebracht werden, darunter auch Frauen und Kinder. Nach vier weiteren Stunden war der Angriff dann beendet.
Mindestens 26 Menschen kamen ums Leben, darunter die 7 beteiligten Aufständischen. Auch 15 Zivilisten, 3 Wächter und 1 Polizist wurden nach Angaben der Polizei in Kabul bei den mehrstündigen Gefechten getötet. Insgesamt hätten sich zwischen 350 und 450 Menschen im Resort aufgehalten. Nach Angaben des deutschen Aussenministeriums gab es es keine Hinweise auf ausländische Opfer.
Für Taliban ein Sündenpfuhl
Ein Taliban-Sprecher erklärte, in dem Hotel würden ranghohe Mitarbeiter ausländischer Botschaften, Angehörige der internationalen Truppen und Mitarbeiter der Kabuler Verwaltungsbehörden «wilde Partys» mit Alkohol und Prostituierten feiern, was unislamisch sei. Deshalb sei der Angriff verübt worden.
Der Kargha-See ist ein beliebtes Ausflugsziel nahe Kabul. Der See ist umgeben von Hotels, Restaurants und Sälen für Hochzeitsfeiern. Das Sposhmai-Hotel ist bei Ausländern und der afghanischen Elite beliebt - vor allem jeden Donnerstagabend, zum Beginn des Wochenendes in Afghanistan. Im Hotel halten sich dann für gewöhnlich viele reiche Familien aus Kabul auf.
Was passiert nach 2014
Hotels, Regierungsgebäude, Botschaften und Militärstützpunkte in Kabul sind regelmässig Ziel von stundenlangen Kommando-Angriffen, obwohl die Hauptstadt der am schwersten bewachte Ort des Landes ist.
Der afghanische Präsident Hamid Karzai hatte erst am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Parlaments erklärt, es sei damit zu rechnen, dass die Taliban in den kommenden Wochen ihre Angriffe vor allem auf die einheimischen Sicherheitskräfte verstärken würden. Die ausländischen Truppen bereiten sich darauf vor, die meisten Kampfeinheiten bis Ende 2014 aus dem Land abzuziehen.
(mrs/sda)
Erstellt: 22.06.2012, 07:33 Uhr
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