Sri-lankische Armee: Tigers-Chef in Ambulanz erschossen
Aktualisiert am 18.05.2009 35 Kommentare
Bilder der Sieger mit toten Besiegten: Solche Aufnahmen sendet heute das sri-lankische Staatsfernsehen. (Bild: Reuters)
Toter Sohn von Rebellenführer Prabhakaran: Charles Anthony. (Bild: Reuters)
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Ende des Krieges verkündet
In Sri Lanka hat das Militär die Kampfhandlungen gegen die tamilischen Rebellen für beendet erklärt. Wie Armeechef Sarath Fonseka am Montag sagte, wurden im Kampfgebiet im Norden des Landes die letzten Rebellen geschlagen.
Das gesamte Territorium sei von den Regierungstruppen eingenommen worden. Sie hätten eine totale Niederlage erlitten, sagte der General im Fernsehen.
«Wir haben das ganze Land befreit, indem wir den Norden von den Terroristen befreit haben», erklärte er. «Heute haben wir den Auftrag erfüllt, den uns der Präsident gegeben hatte, nämlich das Land von der LTTE zu befreien.»
Der Chef der Tamil Tigers sei am Montag auf der Flucht vor den Regierungstruppen erschossen worden. Die meldeten die Nachrichtenagenturen AFP und die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag unter Berufung auf Militärs und Vertreter des Verteidigungsministeriums in Colombo.
Demnach hat der Anführer der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) versucht, in einer Ambulanz zu fliehen. Bei der Aktion seien auch zwei seiner Begleiter getötet worden, sagte der Vertreter des Verteidigungministeriums. Offiziell nahm die Armee bislang nicht Stellung zum angeblichen Tod Prabhakarans.
Geborgen und identifiziert
Eine andere Agentur meldet: Prabhakaran und zwei ranghohe Kommandeure der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) seien bei einem Raketenangriff auf einen gepanzerten Kleinbus ums Leben gekommen. Seine Leiche sei geborgen und identifiziert worden.
Kurz zuvor hatte ein Sprecher des Ministeriums in Colombo erklärt, dass Prabhakaran noch am Leben, aber im Kampfgebiet im Nordosten des Landes eingeschlossen sei. Am Morgen hatte die Armee bereits den Tod von sieben weiteren LTTE-Anführern gemeldet, darunter auch Prabhakarans 24-jähriger Sohn Charles Anthony. Eine unabhängige Bestätigung dieser Meldungen gibt es nicht.
80'000 Menschen starben
Die LTTE hatte den Kampf für einen eigenen Staat im Norden Sri Lankas am Sonntag für beendet erklärt. Dennoch wurden am Montag aus dem letzten Rückzugsgebiet der Rebellen bei Mullaittivu im Nordosten der Insel Gefechte gemeldet.
Am Samstag hatte Präsident Mahinda Rajapakse nach einer mehr als viermonatigen Armee-Offensive den Sieg über die Befreiungstiger verkündet. Die Rebellen hatten seit 1972 für einen eigenständigen Staat für die tamilische Minderheit im Nordosten von Sri Lanka gekämpft. Etwa 80'000 Menschen starben. (sam/sda)
Erstellt: 18.05.2009, 12:58 Uhr
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