Ausland
Tepco gibt Verharmlosung der Tsunami-Gefahr zu
Aktualisiert am 13.10.2012 39 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Tepco hat kein Geld für erneuerbare Energien
- Milliardenverlust bei Kraftwerkbetreiber Tepco
- Japans Regierung kauft sich bei Tepco ein: Konzern verstaatlicht
- Der Stein, der ein Dorf vor dem Tsunami rettete
- Sony und das japanische Experiment
- Ungläubige Arbeiter im verwüsteten AKW
Teilen und kommentieren
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Mehr als anderthalb Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima hat die Betreibergesellschaft Tepco heute erstmals die bewusste Verharmlosung von Gefahren eingeräumt. Tepco erklärte, dass die schwere Krise hätte vermieden werden können.
Das Unternehmen erklärte in einem Bericht über eine «fundamentale Reform», das Risiko heruntergespielt zu haben, um eine Schliessung des Atomkraftwerks aus Sicherheitsgründen zu vermeiden. «Es gab eine latente Angst vor einer Schliessung», heisst es in dem Bericht.
Angst vor einer Anti-Atom-Stimmung
Wären vor dem Unglück weitreichende Sicherheitsmassnahmen angeordnet worden, so hätte dies den Eindruck erweckt, Atomkraftwerke seien nicht sicher. Man habe befürchtet, dass eine Erhöhung der Sicherheitsmassnahmen gegen schwere Unfälle eine Anti-Atom-Stimmung in der Bevölkerung bewirkt hätte, berichtete die Sonderkommission unter der Leitung von Konzern-Chef Naomi Hirose.
Der Kraftwerksbetreiber hätte demnach die Folgen des verheerenden Tsunamis mildern können, indem er internationalen Standards und Empfehlungen mehr Beachtung geschenkt und Mitarbeiter in Krisenmanagement geschult hätte.
Tepco-Vertreter hatten seit dem Unglück im März 2011 bislang beteuert, dass der Konzern auf Krisensituationen vorbereitet gewesen sei. In Fukushima war es nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe zu mehreren Kernschmelzen und Explosionen gekommen.
«Von Menschen verursachte Katastrophe»
Ein von der Regierung eingesetzter Untersuchungsausschuss hatte das Unglück Anfang Juli als vermeidbar und deshalb als «von Menschen verursachte Katastrophe» bezeichnet. Das Atomkraftwerk sei damals «verwundbar» gewesen. Die Atomkraftwerksbetreiber und die Regierung hätten die tatsächlichen Gefahren nicht wahrgenommen, weil sie dem «Mythos der atomaren Sicherheit» geglaubt hätten. Das Erdbeben und der nachfolgende Tsunami vom 11. März 2011 führten in Fukushima zur Kernschmelze, grosse Gebiete wurden radioaktiv verseucht.
Tepco hatte den beinahe 15 Meter hohen Tsunami, der nach einem Erdbeben der Stärke 9 über das Kraftwerk hereinbrach, in den vergangenen Monaten immer wieder als «unvorhersehbar» bezeichnet. Inzwischen beschloss die Regierung in Tokio, bis zum Jahr 2040 aus der Atomkraft auszusteigen. (AFP/dapd)
Erstellt: 12.10.2012, 22:55 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
39 Kommentare
Der homo oeconomicus ist schlicht noch Jahrhunderte von der mentalen Reife entfernt, Kernkraft verantwortungsvoll einzusetzen [sic]. Das sehe ich als ehemals in der Nuklearforschung/Entwicklung tätiger Ingenieur an meiner eigenen Arbeit: Wann immer intrinsische oder redundante Sicherheit bei einem gefährlichen System nötig wäre, ist ein Ökonom nicht weit, der das aus Profitgründen wegoptimiert. Antworten

Bitte warten






Die Welt in Bildern
















