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Tepco gibt Verharmlosung der Tsunami-Gefahr zu

Aktualisiert am 13.10.2012 39 Kommentare

«Es gab eine latente Angst vor einer Schliessung»: Tepco veröffentlichte einen Bericht zur AKW-Katastrophe von Fukushima. Der Kraftwerksbetreiber kommt darin äusserst schlecht weg.

1/36 11. März 2011
Japan wird vom schwersten Erdbeben seiner Geschichte und einem Tsunami heimgesucht. Das Beben ereignet sich um 14.46 Uhr (Ortszeit) etwa 125 Kilometer vor der Nordostküste in zehn Kilometer Tiefe. Seine Stärke wird zunächst mit 8,9 beziffert und später auf 9,0 korrigiert. Das gewaltige Beben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Flutwelle richten verheerende Schäden an und verwüsten ganze Landstriche. Mehrere hundert Tote werden gemeldet, doch ist abzusehen, dass die tatsächliche Zahl der Opfer weit höher liegt. Für den gesamten Pazifikraum wird Tsunami-Alarm ausgelöst; die Wellen bleiben aber niedriger als befürchtet.
Bild: Keystone

   

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Mehr als anderthalb Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima hat die Betreibergesellschaft Tepco heute erstmals die bewusste Verharmlosung von Gefahren eingeräumt. Tepco erklärte, dass die schwere Krise hätte vermieden werden können.

Das Unternehmen erklärte in einem Bericht über eine «fundamentale Reform», das Risiko heruntergespielt zu haben, um eine Schliessung des Atomkraftwerks aus Sicherheitsgründen zu vermeiden. «Es gab eine latente Angst vor einer Schliessung», heisst es in dem Bericht.

Angst vor einer Anti-Atom-Stimmung

Wären vor dem Unglück weitreichende Sicherheitsmassnahmen angeordnet worden, so hätte dies den Eindruck erweckt, Atomkraftwerke seien nicht sicher. Man habe befürchtet, dass eine Erhöhung der Sicherheitsmassnahmen gegen schwere Unfälle eine Anti-Atom-Stimmung in der Bevölkerung bewirkt hätte, berichtete die Sonderkommission unter der Leitung von Konzern-Chef Naomi Hirose.

Der Kraftwerksbetreiber hätte demnach die Folgen des verheerenden Tsunamis mildern können, indem er internationalen Standards und Empfehlungen mehr Beachtung geschenkt und Mitarbeiter in Krisenmanagement geschult hätte.

Tepco-Vertreter hatten seit dem Unglück im März 2011 bislang beteuert, dass der Konzern auf Krisensituationen vorbereitet gewesen sei. In Fukushima war es nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe zu mehreren Kernschmelzen und Explosionen gekommen.

«Von Menschen verursachte Katastrophe»

Ein von der Regierung eingesetzter Untersuchungsausschuss hatte das Unglück Anfang Juli als vermeidbar und deshalb als «von Menschen verursachte Katastrophe» bezeichnet. Das Atomkraftwerk sei damals «verwundbar» gewesen. Die Atomkraftwerksbetreiber und die Regierung hätten die tatsächlichen Gefahren nicht wahrgenommen, weil sie dem «Mythos der atomaren Sicherheit» geglaubt hätten. Das Erdbeben und der nachfolgende Tsunami vom 11. März 2011 führten in Fukushima zur Kernschmelze, grosse Gebiete wurden radioaktiv verseucht.

Tepco hatte den beinahe 15 Meter hohen Tsunami, der nach einem Erdbeben der Stärke 9 über das Kraftwerk hereinbrach, in den vergangenen Monaten immer wieder als «unvorhersehbar» bezeichnet. Inzwischen beschloss die Regierung in Tokio, bis zum Jahr 2040 aus der Atomkraft auszusteigen. (AFP/dapd)

Erstellt: 12.10.2012, 22:55 Uhr

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39 Kommentare

Sacha Meier

12.10.2012, 23:24 Uhr
Melden 28 Empfehlung 4

Der homo oeconomicus ist schlicht noch Jahrhunderte von der mentalen Reife entfernt, Kernkraft verantwortungsvoll einzusetzen [sic]. Das sehe ich als ehemals in der Nuklearforschung/Entwicklung tätiger Ingenieur an meiner eigenen Arbeit: Wann immer intrinsische oder redundante Sicherheit bei einem gefährlichen System nötig wäre, ist ein Ökonom nicht weit, der das aus Profitgründen wegoptimiert. Antworten


Nadine Binsberger

12.10.2012, 23:47 Uhr
Melden 31 Empfehlung 7

Diese Version will uns weismachen, Atomtechnologie sei kontrollierbar. Angenommen, Tepco würde zugeben, dass die Katastrophe eben NICHT vermeidbar war, dann hätte die gesamte Atom-Industrie jetzt ein noch grösseres Problem. Antworten



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