Terroristen putschten sich mit Kokain, LSD und Stereoiden auf

Um die Anschlagsserie durchzustehen, griffen die Attentäter von Mumbai zu Drogen. In ihrem Blut wurden zudem Stereoide gefunden. Indien stellt derweil Forderungen an Pakistan.

1/28 Eines der wenigen Bilder eines Attentäters von Mumbai. Es häufen sich die Hinweise, dass mindestens ein Teil der Terroristen aus Pakistan stammt.
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Azam Amir Kasav mordet im Chatrapathi Sivaji Terminal. Sein Blick verrät den Drogenkonsum.

Azam Amir Kasav mordet im Chatrapathi Sivaji Terminal. Sein Blick verrät den Drogenkonsum. (Bild: Keystone)

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An den Anschlagsorten fand die indische Polizei Spritzen mit Spuren von Kokain und LSD. Und auch im Blut der jungen Männer wurden Drogen nachgewiesen. Dies berichtet der britische «Telegraph».

Die Stereoide, die ebenfalls nachgewiesen wurden, sollen ihnen im Trainingscamp – vermutlich in Pakistan – injiziert worden sein.

Ein Behördensprecher sagte: «Jetzt ist klar, wie sie ihren Auftrag während 50 Stunden ohne Essen und Schlaf durchstehen konnten.»

Indien verlangt Auslieferung von 20 Terrorismus-Verdächtigen

Nach dem Säbelrasseln der letzten Tage haben Indien und Pakistan am Dienstag versucht, die Wogen zu glätten. Indien betonte, dass es nicht mit militärischen Mitteln auf die Anschlagsserie in Mumbai reagieren wolle.

«Niemand spricht von Militäraktionen», sagte Aussenminister Pranab Mukherjee auf Fragen von Journalisten. Als Geste des guten Willens solle das Nachbarland rund 20 Terrorismus-Verdächtige ausliefern. Diese Forderung sei in einer am Montag übergebenen Protestnote enthalten, sagte der Aussenminister.

Pakistan müsse auf seinem Territorium Personen, die von der indischen Justiz gesucht würden, festnehmen und ausliefern. Indische Ermittler machen die militante islamische Gruppe Lashkar-e-Taiba für die Anschläge in Mumbai verantwortlich. Diese ist Pakistan niedergelassen.

Im Gegenzug bot nun Pakistan dem Nachbarland gemeinsame Ermittlungen über die Hintergründe und die Verantwortlichen der verheerenden Terrorserie von Mumbai an. Das gab der pakistanische Aussenminister Shah Mehmood Qureshi in einer Fernsehansprache bekannt.

Man sei bereit, ein Team vorzuschlagen, das Indien unterstütze. Der Minister rief die Nation dazu auf, sich nicht über die wachsenden Spannungen zwischen den Atommächten zu sorgen. Die Entsendung des Geheimdienstchefs kurz nach den Anschlägen hatte Islamabad wieder zurückgenommen.

Meistgesuchter Mann Indiens

Zu den von der Regierung in Neu-Delhi benannten Verdächtigen gehört Medienberichten zufolge der meistgesuchte Mann Indiens, Dawood Ibrahim. Er wird für die Bombenanschläge in Mumbai im Jahr 1993 verantwortlich gemacht, bei denen mindestens 250 Menschen getötet wurden.

In Berichten ist er aber auch mit der jüngsten Anschlagsserie in der Finanzmetropole in Verbindung gebracht worden. Bei dem dreitägigen Sturmlauf hatten die zehn Attentäter vergangene Woche 183 Menschen getötet.

Ausserdem soll auf der Liste der pakistanische Geistliche Maulana Masood stehen, der als Geldgeber der Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba gilt. Indischen Ermittlern zufolge solle sie auch die Täter der jüngsten Anschläge in Mumbai ausgebildet haben.

Die Anschläge belasten die zuletzt entspannten Beziehungen zwischen den beiden Atommächten und mehrfachen Kriegsgegnern schwer. Bei dem dreitägigen Sturmlauf durch die grösste indische Stadt hatten die zehn Attentäter vergangene Woche 183 Menschen getötet. (sam)

Erstellt: 02.12.2008, 13:00 Uhr




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