«Tod dem Diktator»: Neue Krawalle in Teheran

Aktualisiert am 14.06.2009

In der iranischen Hauptstadt Teheran ist es erneut zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Regierungsgegnern gekommen.In der Nacht waren rund Hundert Oppositionelle verhaftet wurden.

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Die Anhänger Moussavis ziehen wütend durch Teheran...
Bild: Keystone

   

Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, griffen auf dem zentralen Waliasr-Platz rund 200 Demonstranten die Polizei an. Die wütenden Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Moussavi riefen «Tod dem Diktator» und warfen Steine.

Die Polizei setzte Tränengas ein und umstellte Geschäfte, in denen Demonstranten Zuflucht suchten. Die fast 20 Kilometer lange Waliasr-Strasse ist eine Teheraner Einkaufsmeile und wichtige Nord- Süd-Achse der Hauptstadt.

Vize-Polizeichef Ahmed Resa Radan sagte im Fernsehen, die Lage sei «unter Kontrolle». In der Umgebung des Innenministeriums, wo am Samstag heftige Krawalle stattgefunden hatten, war ein massives Polizeiaufgebot stationiert.

Oppositionelle festgenommen

Über 100 reformorientierte Politiker seien in der Nacht auf Sonntag aus ihren Wohnungen abgeführt worden, sagte der führende Oppositionelle Mohammad Ali Abtahi. Die Festgenommenen gehörten der Partei Moshatekat an, der grössten Reformpartei des Landes, sagte Abtahi. Unter ihnen befinde sich auch Mohammed Resa Chatami, der Bruder des früheren iranischen Präsidenten Mohammed Chatami. Es sei mit weiteren Verhaftungen zu rechnen.

Ex-Präsident Chatami hatte vor der Präsidentenwahl eine Wahlempfehlung für den gemässigt konservativen Kandidaten Mir- Hossein Mussawi abgegeben. Moussavi, der schärfste Herausforderer des wiedergewählten Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, warf der Regierung Wahlfälschung bei dem Urnengang vom Freitag vor.

Strassenschlachten am Samstag

In Teheran kam es am Samstag zu schweren Zusammenstössen Tausender Protestierender mit Sicherheitskräften. Dabei wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Die Europäische Union äusserte sich besorgt über die angeblichen Unregelmässigkeiten bei den Wahlen. Die US-Regierung reagierte zunächst zurückhaltend. (mbr/ap/sda)

Erstellt: 14.06.2009, 14:16 Uhr

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