Tsunami trifft Pazifikinsel Samoa – «Ganzes Dorf wurde ausgelöscht»
Die Flutwelle zerstörte nach einem Bericht von Radio-Neuseeland einige Dörfer auf besonders niedrig gelegenen Inseln vor Samoa. Die Ortschaft Sau Sau wurde nach Angaben eines neuseeländischen Urlaubers dem Erdboden gleich gemacht. «Es ging sehr schnell», sagte der Tourist Graeme Ansell in einem Radiointerview. «Das ganze Dorf ist ausgelöscht worden. Kein einziges Gebäude steht mehr.»
Eine eineinhalb Meter hohe Flutwelle schwappte auch etwa 100 Meter weit in die Hauptstadt von Amerikanisch-Samoa, Pago Pago, bevor sie sich wieder zurückzog. Mehrere Autos steckten anschliessend im Schlamm fest, und es kam zu Stromausfällen.
Ein US-Behördenvertreter sprach von mehreren Todesopfern auf Amerikanisch-Samoa, Zahlen nannte er aber nicht.
Bäume und Häuser schwankten
«Das Beben war ziemlich stark», sagte eine Bewohnerin, Sulili Dusi, einem lokalen Radiosender. «Es war lang und hat etwa zwei Minuten gedauert. Es war das stärkste, das ich erlebt habe, und wir sind nach draussen gerannt. Man hat gesehen, wie die Bäume und Häuser schwankten. Alles ist auf den Boden gefallen, und wir dachten, das Haus stürzt auch ein. Gott sei Dank ist das nicht passiert.»
Ein weitere Anwohner, Dean Philipps, sagte, auch die Südküste der Hauptinsel Upolu sei von der Flutwelle getroffen worden. Lokale Medien berichteten über mehrere Erdrutsche in der Region Solosolo auf Upolu. Plantagen seien beschädigt worden.
Ein Mitarbeiter des TV-Senders TVNZ war in Samoa am Strand, als er die Erdstösse spürte. Auf der der Website des Senders berichtet er gemäss «Spiegel online», das Meer habe sich zuerst zurückgezogen und sei dann innerhalb von wenigen Sekunden mit Macht über die Küste hereingebrochen. Mehrere Dörfer seien überschwemmt worden. Einwohner suchten nach ihren Angehörigen. Der TVNZ-Mitarbeiter konnte sich auf höheres Terrain retten.
Für Neuseeland und andere Inseln gilt Alarm
Das Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii warnte auch vor Riesenwellen in Tonga, Tuvalu, Kiribati, auf den Salomonen-Inseln und auf Neuseeland. Die US-Geologiebehörde stufte die Stärke des Bebens auf 8,0 hoch. Das Tsunami-Warnzentrum sprach von 8,3.
«Hier ist überall Panik entstanden, weil die Kinder auf dem Weg zur Schule und die Menschen auf dem Weg zur Arbeit waren», sagte ein Korrespondent aus Apia auf Samoa dem neuseeländischen Radio.
Das Beben ereignete sich um 19.48 Uhr MESZ. Das entspricht 06.48 Ortszeit. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde auf Samoa berichtete, dass mehrere Häuser beschädigt wurden. Das Beben ereignete sich rund 200 Kilometer südwestlich von Samoa, 2600 Kilometer nordöstlich von Neuseeland.
Viele der Inseln liegen nur wenige Meter über dem Meeresboden und werden wegen des steigenden Meeresspiegels schon seit Jahren regelmässig überschwemmt.
PTWC-Experte Stuart Weinstein erklärte dem britischen Rundfunksender BBC, dass das Erdbeben viel schwächer gewesen sei als jene Erschütterung, die Ende 2004 die verheerende Flutwelle in Südasien auslöste. Bei dem Tsunami im Indischen Ozean waren damals mehr als 200'000 Menschen ums Leben gekommen. (bru/ap/sda)
Erstellt: 29.09.2009, 23:44 Uhr










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