Ausland

USA und Japan drängen auf Verurteilung Nordkoreas

Aktualisiert am 07.04.2009

Nach dem Raketenstart Nordkoreas liegt die internationale Staatengemeinschaft über eine angemessene Reaktion im Streit. Hillary Clinton lässt nicht locker und macht Druck.

Sie will, dass Nordkorea verurteilt wird: Hillary Clinton.

Sie will, dass Nordkorea verurteilt wird: Hillary Clinton.

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Die US-Aussenministerin sagte, sie dränge wichtige Mitglieder des Gremiums, auf den Raketenstart vom Sonntag zu reagieren. Sie habe mit den Kollegen aus China, Russland, Japan und Südkorea gesprochen, sagte Clinton am Montag. Das provokative Verhalten Nordkoreas werde schwere Folgen haben. Der japanische Ministerpräsident Taro Aso erklärte am Dienstag, trotz «einiger Meinungsunterschiede sollten wir unsere Bemühungen fortsetzen, eine klare Botschaft» an Nordkorea zu senden.

Sorge um Destabilisierung Nordkoreas

Die Vetomacht China ist der engste politische Verbündete des kommunistischen Regimes in Pyongyang. Diplomaten zufolge gab es im Weltsicherheitsrat auch Widerstand von Russland sowie von Libyen und Vietnam, die Sorge vor einer Destabilisierung Nordkoreas geäussert haben sollen.

Die eindringlichen Forderungen aus Washington und Tokio nach einer einhelligen und scharfen Verurteilung stiessen bislang im Sicherheitsrat nicht auf die erhoffte Resonanz. Das Gremium konnte sich am Sonntagabend in einer dreistündigen Sitzung nicht einmal auf eine in solchen Fällen übliche vorläufige Verurteilung einigen.

Militärexperten warnen

Die Dringlichkeitssitzung hatte Japan beantragt, nachdem die Langstreckenrakete am Sonntag über sein Territorium geflogen war. Ob sie wie von Pyongyang gemeldet einen Satelliten ins All beförderte oder ins Meer stürzte, blieb vorerst unklar.

Militärexperten warnten nach dem Start davor, den Raketenflug als völligen Fehlschlag zu werten. Selbst wenn die Rakete abgestürzt sein sollte, sei sie zuvor zweimal so weit geflogen wie jede andere, die Nordkorea je abgeschossen habe, hiess es.

Weite Teile Chinas in Reichweite

Nach südkoreanischen Angaben landete die zweite Stufe der Rakete nach 3200 Kilometer Flug im Wasser. Damit lägen Japan, Guam, die Philippinen, die Mongolei und weite Teile Chinas im Bereich der nordkoreanischen Raketen. Bis zum US-Staat Alaska sind es vom Startplatz aus aber rund 6000 Kilometer.

Nach Einschätzung des Sicherheitsexperten Tim Brown von Globalsecurity.org habe der Start gezeigt, dass Iran in der Raketentechnologie etwas weiter sei als Nordkorea. «Die Iraner haben im vergangenen Jahr erfolgreich einen Satelliten nach oben gebracht, die Nordkoreaner konnten das nicht.» Globalsecurity.org veröffentlichte am Dienstag ein Satellitenfoto, dass die Rakete kurz nach dem Start zeigt. Es wird vermutet, dass Nordkorea und der Iran in der Raketenentwicklung zusammenarbeiten. (cpm/ap)

Erstellt: 07.04.2009, 10:14 Uhr

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