US-Spione: Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept
Aktualisiert am 05.01.2010 12 Kommentare
Bezahlte seinen Einsatz in Afghanistan mit dem Leben: CIA-Agent Scott Michael Roberson. (Bild: Keystone)
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Für die Gesamtstrategie seien sie nur am Rande von Bedeutung, befanden die Autoren. Knapp eine Woche nach dem Selbstmordanschlag eines Doppelagenten auf einen CIA-Vorposten rieten sie den Spionen und Auswertern dringend, sich statt auf die Aufständischen mehr auf die afghanische Bevölkerung zu konzentrieren.
Der 26 Seiten umfassende Bericht eines ranghohen Geheimdienstoffiziers der Nato-Truppen und zweier weiterer Berater wurde am Montag vom Center for a New American Security veröffentlicht, einer Denkfabrik für Sicherheitspolitik in Washington. US-Generalmajor Michael Flynn schreibt darin, die Agenten und Analytiker könnten «kaum mehr tun als mit den Schultern zucken», wenn Entscheidungsträger auf hoher Ebene nach den Erkenntnissen, Einschätzungen und Informationen fragten, die sie zur erfolgreichen Aufstandsbekämpfung benötigten.
Für Gesamtstrategie kaum von Bedeutung
Weil sie sich hauptsächlich darauf konzentriert hätten, Informationen über Gruppierungen von Aufständischen zu sammeln und zu analysieren, seien die US-Geheimdienste nicht imstande, entscheidende Fragen darüber zu beantworten, welche örtlichen Gegebenheiten die Soldaten vorfänden. Sie hätten keine Ahnung von örtlichen Wirtschaftsstrukturen und Landbesitzverhältnissen, nur eine vage Vorstellung, wer die Strippenzieher seien und wie sie beeinflusst werden könnten, seien nicht an den Zusammenhängen zwischen verschiedenen Entwicklungsprojekten interessiert und abgekoppelt von denjenigen Leuten, die in der besten Position seien, um Antworten zu finden.
«Der riesige Geheimdienstapparat ist ausserstande, grundlegende Fragen über das Umfeld zu beantworten, in dem sich die US-Truppen und die Verbündeten bewegen, und über die Menschen, die sie auf ihre Seite ziehen wollen», urteilten die Experten. Die US-Geheimdienste seien «für die Gesamtstrategie nur marginal relevant».
Doppelagent konnte in CIA-Posten zuschlagen
Nicht einmal eine Woche vor dieser düsteren Lagebeurteilung war auf Camp Chapman, einen streng gesicherten CIA-Vorposten in der ostafghanischen Provinz Chost ein Selbstmordanschlag verübt worden. Dabei wurden vier Beamte des US-Geheimdiensts und drei von der CIA angestellte Sicherheitskräfte getötet. Nach Angaben eines ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters starb auch ein jordanischer Geheimdienstmann namens Ali bin Said.
Gewährsleute bestätigten am Montag, dass der Täter ein Jordanier war, der als Doppelagent arbeitete. Er wurde demnach auf den Stützpunkt eingeladen, weil er angeblich Informationen über Ayman al Sawahri, die «rechte Hand» von Osama Bin Laden, liefern wollte. Zu Berichten, wonach es sich bei dem Täter um einen 36-jährigen Arzt namens Humam Chalil Abu Mulal al Balawi aus Sarka handelte, der vom jordanischen Geheimdienst angeworben worden war, wollte sich die CIA nicht äussern. (bru/ap)
Erstellt: 05.01.2010, 17:05 Uhr
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12 Kommentare
Wenn Hochschulabsolventen von US-Universitäten nicht einmal wissen wo Afghanistan liegt, wundert mich dies kaum. Dieselben Absolventen werden dann vom CIA angeworben und aufs Feld gelassen. Als normaler Soldat bekommst du dann die ungenügenden Infos vom CIA und wirst verheizt. Der Ausgang ist voraussehbar, siehe Vietnam. Antworten
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