US-Truppen: Spital gestürmt und Mitarbeiter gefesselt?
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Die Soldaten seien in die Klinik in der Provinz Wardak eingedrungen, hätten Türen eingetreten und Mitarbeiter gefesselt, erklärte das Komitee für Afghanistan am Montag. Eine Sprecherin der US-Streitkräfte bestätigte, dass das Krankenhaus durchsucht worden sei. Sie erklärte, die Vorwürfe würden untersucht.
Der Afghanistan-Direktor der Organisation, Anders Fange, sagte, die Soldaten hätten bei dem Zwischenfall am Mittwoch vergangener Woche vier Krankenhausmitarbeiter und zwei Angehörige von Patienten gefesselt und Patienten aus den Betten getrieben. Die Soldaten hätten nach Taliban-Kämpfern gesucht. Nach zwei Stunden seien sie wieder abgezogen. Fange erklärte, es handele sich um einen Verstoss gegen die Unverletzlichkeit medizinischer Einrichtungen in Kampfzonen. Dies sei nicht akzeptabel.
Militär will über Behandlung entscheiden
Bei ihrem Abzug hätten die Soldaten das Krankenhauspersonal aufgefordert, den Streitkräften mitzuteilen, wenn verwundete Aufständische eingeliefert würden. Die Streitkräfte würden dann entscheiden, ob die Verletzten behandelt werden könnten. Das Personal habe dies abgelehnt, da es das Krankenhaus zum Angriffsziel machen würde.
Das Komitee für Afghanistan erklärte auf seiner Website, das Vorgehen der Truppen sei nicht nur eine Verletzung humanitärer Prinzipien, sondern widerspreche auch einer Vereinbarung zwischen der Nato und Hilfsorganisationen, die in dem Gebiet tätig seien. «Wir verlangen Garantien, dass sich solche Verstösse nicht wiederholen und dass dies den Kommandeuren im Feld klargemacht wird», heisst es in einer Erklärung.
Fünf Tote bei Anschlägen in Kabul und Oruzgan
Ein Raketenangriff in Kabul kostete unterdessen drei Mitglieder einer Familie das Leben. Das Geschoss habe am Montag ein Haus im Westen der afghanischen Hauptstadt getroffen, als die Einwohner noch geschlafen hätten, erklärte die Polizei. Bei den Todesopfern handelt es sich um ein Ehepaar und seine kleine Tochter. Zwei weitere Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren wurden verletzt. In der Gegend gebe es weder militärische Ziele noch Regierungsgebäude, sagte ein Polizeisprecher.
Bei der Explosion einer ferngezündeten Bombe in der Provinz Oruzgan kamen nach Polizeiangaben zwei Kinder ums Leben, 16 weitere Menschen wurden verletzt. Ziel des Anschlags auf einem belebten Markt war ein Polizeifahrzeug. (sam/ap)
Erstellt: 07.09.2009, 13:54 Uhr
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