Ausland

US-Waffenlieferung erzürnt China

Aktualisiert am 22.09.2011 3 Kommentare

Die USA wollen Taiwan mit einem Milliardengeschäft bei der Modernisierung seiner Kampfjets helfen. Die US-Pläne lösten eine schwere Verstimmung zwischen China und den USA aus.

Grund für die diplomatischen Spannungen zwischen den USA und China: Ein F-16-C/D-Bomber.

Grund für die diplomatischen Spannungen zwischen den USA und China: Ein F-16-C/D-Bomber.
Bild: Keystone

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Verärgert wurde noch am Mittwochabend der US-Botschafter in Peking, Gary Locke, ins Aussenministerium einbestellt, wo ihm ein formeller Protest überreicht wurde. Hingegen begrüsste die Regierung in Taipeh die geplante amerikanische Hilfe bei der Modernisierung ihrer Kampfjetflotte.

Das Weisse Haus hatte am Vortag dem Kongress das Waffengeschäft mit einem Gesamtvolumen von 5,85 Milliarden Dollar zur Freigabe zugeleitet. Aus Rücksicht auf die Führung in Peking geht der Entwurf allerdings nicht auf den seit fünf Jahren geäusserten Wunsch Taiwans nach 66 hochmodernen F-16-C/D-Bombern ein.

Ein rotes Tuch

Beobachter vermuteten deswegen, dass die Belastung der Beziehungen durch das Waffengeschäft möglicherweise begrenzt sein werden. Es wurde auch darauf verwiesen, dass Chinas Vizepräsident Xi Jinping, der aller Voraussicht nach im Zuge des Generationswechsels 2012 Staats- und Parteichef werden soll, im Herbst in die USA reisen will.

Für die kommunistische Führung in Peking sind Waffenlieferungen an Taiwan ein rotes Tuch, weil die demokratische Inselrepublik als abtrünnige Provinz betrachtet wird. Chinas Vizeaussenminister Zhang Zhijun forderte bei seinem Treffen mit dem US-Botschafter ein Ende der US-Rüstungsgeschäfte mit Taiwan.

«Das Fehlverhalten der US-Seite wird unausweichlich sowohl die bilateralen Beziehungen als auch den Austausch und die Zusammenarbeit im Militär- und Sicherheitsbereich untergraben», zitierte ihn die Nachrichtenagentur Xinhua. Die USA sollten sich bewusst machen, wie heikel diese Sache sei und welcher Schaden damit angerichtet werde.

Militärkontakte eingefroren

Das Aussenbüro des Verteidigungsministeriums wurde beauftragt, den amtierenden US-Militärattaché in Peking einzubestellen, wie Xinhua berichtete. Das Rüstungsgeschäft schaffe «schwere Hindernisse» für die Militärbeziehungen zwischen China und den USA, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

China hatte im Vorjahr die Militärkontakte mit den USA aus Protest gegen ein ähnlich grosses Rüstungsgeschäft vorübergehend eingefroren. Die Regierung in Taipeh hiess die Waffenlieferungen willkommen. Die Modernisierung seiner bestehenden Flotte aus Kampfjets des Typs F16-A/B werde Taiwan helfen, seine Fähigkeiten zur Selbstverteidigung zu verbessern und den Frieden zu sichern.

Das Verteidigungsministerium in Taipeh bekräftigte aber auch die Bitte nach einer weitergehenden Lieferung der neuen Kampfjets des Typs F16-C/D, dem Washington diesmal nicht nachgekommen ist. Bei dem jetzigen Rüstungsgeschäft geht es um die Aufrüstung von 145 bereits vorhandenen Flugzeugen mit neuen Radar- und Waffensystemen sowie die Ausbildung der Piloten und die Lieferung von Ersatzteilen. (pbe/sda)

Erstellt: 22.09.2011, 10:48 Uhr

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3 Kommentare

Peter Engeler

22.09.2011, 17:04 Uhr
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Was aber wenn die Chinesen ihren "Flugzeugträger-Killer DF-21D" an andere Staaaten (z.B.: an den Iran) liefern würden? Gemäss Angaben des Pentagon vom Dezember 2010 sind die USA gezwungen, ihr Einsatzkonzept im Pazifik zu ändern. Im Westen wäre grosses Geschrei wegen den bösen Chinesen aber solange die USA Waffen überall hin liefern, schauen wir wie üblich nur zu. Kann dies immer so weitergehen? Antworten


Sacha Meier

22.09.2011, 14:53 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Die USA zeigen mit ihrer Waffenlieferung an Taiwan nicht unbedingt politisches Fingerspitzen-Gefühl. Schliesslich ist China der Kreditgeber Nr. 1 der USA - und bald auch von Europa. In wenigen Jahren wird das Land zur wirtschaftlichen Weltmacht - und bald darauf auch zur militärischen Weltmacht aufsteigen. Unnötige politische Spannungen sind also wenig opportun. Antworten



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