Ausland
Die Wut der japanischen Nationalisten
Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 12.03.2010
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Die «Shonan Maru 2» kehrte am Freitag aus der Antarktis nach Japan zurück. Ein Sprecher der Küstenwache bestätigte die Festnahme des Neuseeländers Peter Bethune, der ein Mitglied der Sea Shepherd ist. Nach japanischem Recht kann das illegale Betreten eines Schiffs mit bis zu drei Jahren Haft oder 100'000 Yen (800 Euro) Strafe geahndet werden.
Japan hat die Aktivisten von Sea Shepherd als Terroristen bezeichnet. Fischereiminister Hirotaka Akamatsu erklärte vor Journalisten, Japan werde Bethune zur Rechenschaft ziehen. Wer sich etwas zu Schulden kommen lasse, müsse mit einer Bestrafung nach dem Gesetz rechnen, sagte er.
Vor der Küstenwache in Tokio haben sich laut der japanischen Zeitung «Asahi Shimbun» rund 20 japanische Nationalisten zu Protesten gegen die Methoden der Sea Shepherd versammelt. Mit Plakaten wie «Wir beschützten die japanische Esskultur», «Verschwindet vom Planet, Ökoterroristen» oder «Legt euch nicht mit Japan an» machen sie ihren Unmut über die westliche Kritik der Tierschützer breit. Die Asahi Shimbun betont aber weiter, dass die Zahl der ausländischen Presseleute die der Demonstranten bei weitem übertreffe.
Bethune wollte Rechnung ausstellen
Peter Bethune wird beschuldigt, am 15. Februar in der Antarktis an Bord des Walfängers gesprungen zu sein. Der 44-jährige Neuseeländer befand sich seither an Bord der «Shonan Maru 2».
Sea Shepherd erklärte, Peter Bethune sei von einem Jet-Ski auf das Deck des Schiffs vorgedrungen, um dem Kapitän eine Rechnung über drei Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) für die Zerstörung des Sea-Shepherd-Schiffs «Ady Gil» zu übergeben. Die «Ady Gil» war im Januar nach einer Kollision mit dem japanischen Walfänger untergegangen.
Jedes Jahr wieder
Die Tierschutzorganisation versucht seit Jahren, die japanische Walfangflotte mit Schnellbooten zu behindern. Zwei Mal kam es in den vergangenen Monaten zu Kollisionen von Sea-Shepherd-Schiffen und Walfängern, ausserdem kam es zu Konfrontationen mit Wasserkanonen.
Die Flotte jagt nach Darstellung der japanischen Regierung Wale zu Forschungszwecken, was im Gegensatz zum kommerziellen Walfang erlaubt ist. Das Fleisch der gefangenen Tiere wird aber auch zum Verzehr vermarktet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.03.2010, 13:33 Uhr


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