Ausland

Was den Marines am meisten zu schaffen macht

Aktualisiert am 22.01.2010

Wenn US-Soldaten im Irak und in Afghanistan ihren Dienst quittieren, ist das meistens nicht wegen Verletzungen, die sie sich im Kampf zugezogen haben.

Jeder vierte Soldat, der aus den Krisengebieten vorzeitig zurückgebracht wurde, konnte seinen Einsatz wegen Rückenproblemen, Sehnenentzündungen, Muskel- oder Gelenkproblemen nicht fortsetzen. Dies geht aus einer am Freitag im britischen Fachjournal «Lancet» veröffentlichten Studie hervor.

Nur in 14 Prozent der Fälle waren Verwundungen die Gründe. Zugenommen hat im Vergleich zu früheren Kriegen der Prozentsatz der Soldaten, die wegen neurologischen oder psychischen Problemen ausgeflogen wurden (zehn und neun Prozent).

Lungenentzündungen im zweiten Weltkrieg

Die Studie im Auftrag der US-Streitkräfte und des amerikanischen John-P-Murtha-Instituts wertete die Daten von 34'000 Soldaten aus, die von 2004 bis 2007 aus gesundheitlichen Gründen heimgebracht wurden.

In vorangegangenen Konflikten wie dem Zweiten Weltkrieg, dem Vietnamkrieg und dem Koreakrieg lagen Lungenentzündungen und Infektionskrankheiten noch an erster Stelle, gefolgt von Kampfverletzungen. Der führende Autor der Studie, Steven Cohen von der Johns Hopkins School of Medicine, sieht nun Handlungsbedarf bei den Verantwortlichen. Wer bei der Infanterie eingesetzt werde, der leide notgedrungen an Überbelastungen, Rückenschmerzen etwa seien der Normalfall. «Die Militärärzte sind nicht auf die Behandlungen der Probleme vorbereitet, die am häufigsten auftreten», sagte er der Nachrichtenagentur AP. (cpm/ddp)

Erstellt: 22.01.2010, 11:19 Uhr

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