Weshalb sich ein muslimisches Model öffentlich auspeitschen lässt
Von Samuel Reber. Aktualisiert am 21.08.2009 26 Kommentare
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Die 32-jährige Malaysierin wohnt mittlerweile in Singapur, lebt dort mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern Muhammad (7) und Wann Kaitlynn (5). Wie so oft besuchte sie auch vor zwei Jahren einmal mehr ihre Verwandten in der Heimat. Und trank auf dieser Reise ein Bier in einem Hotel.
Dabei geriet sie bei einer Razzia in die Fänge von Wächtern der Scharia. Die Frau wurde verhaftet und zu einer Geldbusse von 1400 Dollar und zu sechs Stockschlägen verurteilt. Immerhin: Zur Anwendung kommen soll laut Staatsanwaltschaft ein leichterer Rattanstock als der, der für Männer vorgesehen ist. Das Land erlebt eine Premiere: Kartika Sari Dewi Shukarno ist die erste Frau in dem islamischen Land, bei der die Prügelstrafen angewendet wird.
«Lasst es uns transparent machen»
Kartika Sari Dewi Shukarno hat das Urteil nicht angefochten, obwohl sie gute Chancen auf eine Begnadigung gehabt hätte. Der Gerichtsbeschluss wird kommende Woche in einem Frauengefängnis vollstreckt. Hiess es zuerst.
Doch gibt sich die junge Frau nicht nur der Strafe hin, sie will sich sogar öffentlich auspeitschen lassen. Shukarno begründet dies laut CNN so: Wenn es der Sinn der Scharia ist, damit ein Beispiel für andere Muslime zu setzen, dann soll die Prügelstrafe auf einem öffentlichen Platz ausgeführt werden. «Lasst es uns transparent machen», sagt sie.
«Das Gesetz liegt leicht falsch»
Ihr Vater sieht es etwas anders, eher als eine Blossstellung der Behörden. «Wir wollen sie herausfordern», sagt Shukarno Abdul Muttalib. «Das Gesetz liegt leicht falsch. Sie behaupten, sie seien Gentlemen, die die Werte hochhalten. Dann soll das Publikum auch sehen, wie nobel und nett sie wirklich sind.»
Kartika befindet sich zurzeit auf dem Anwesen ihres Vaters. Am Montag wird sie dort abgeholt. Sieben Tage später soll dann die Bestrafung erfolgen. Sie sagt: «Ich habe keine Angst. Ich fühle mich erlöst und will vorwärts schauen.»
«Das macht uns zu Witzfiguren»
In Malaysia sind 60 Prozent der Bevölkerung Angehörige des Islams. Wie in anderen Ländern dieser Religion tobt auch dort ein Kampf zwischen moderaten und extremistischen Kräften. Diesbezüglich hat nicht nur Kartikas Schicksal die Nation bewegt. Sondern auch ein kürzlich ausgesprochenes Verbot von Lippenstift und High-Heels in einem Bezirk im Norden des Landes.
Eine junge Malaysierin aus Kuala Lumpur sagt zu CNN: «Wir wollen der Welt eigentlich zeigen, dass wir kein fundamentalistisches Land sind. Aber das macht uns zu Witzfiguren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 21.08.2009, 11:34 Uhr
26 KOMMENTARE
@ p. keller: wie bitte? israel soll eine demokratie sein? ein staat, dessen territorium zu 100% geraubt ist, der völkerrechtswidrige kriege führt und der einen grossen teil der bevölkerung auf dem "staatsterritorium" unterdrückt, gemischt-religiöse ehen verbietet, dessen staatspräsident und minister frauen vergewaltigten sowie hochgradig korrupt sind, kann ja wohl kaum eine echte demokratie sein
Die Spielregeln in diesem Land und anderen Ländern sind bekannt und man kann sich danach richten. Hier bei uns werden jedoch Wochenende Leute ohne richterlichen Beschluss vermöbelt und werden z. T. nicht mal dafür zur Verantwortung gezogen oder es werden lachhafte Strafen ausgeprochen. Ich weiss nicht was ich als rückständiger bewerten soll.
Lieber Herr Schär @ Herr Schär: Nette Leute in Malaysia, die Touristen schöne Landschaften und Sicherheit bieten, finden Ihr Verständnis, wenn es um etwas lockereren Umgang mit den Menschenrechten und der Menschenwürde geht. Der Bundesrat dient grossen und kleineren Erpressern (so USA und Libyen) zu, wenn es um interessante Wirtschaftkontakte geht. Ich finde beides nicht besonders moralisch!
Malaysia ist trotzdem ein wunderschönes Reiseland, nette Leute, gute Infrastruktur und vor allem sehr sicher. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass diese Dame ihre Strafe bewusst provoziert hat.Sie kann zu Hause in Singapur jederzeit ein Tiger kippen,in Malaysia sollte sie es halt einfach lassen, sie weiss ja was Sache ist.
Wie kann mann nur Malaysien mit der suedafrikanischen und rhodesischen Apartheid in einem Satz erwaehnen und sogar gleichsetzen? Das Wort 'Apartheid' ist nicht richtig in diesem Kontext - Apartheid war fuer die Betroffenen sehr sehr schlimm. Der Rest, v. Hr Mayer erwaehnt, ist hingegen richtig.
Auch ist bald Ramadan. Die meisten Malays sind nicht gern gläubig. Desshalb gehen sie auch bei den Chinesen Schweinefleisch essen und Bier trinken etc. Aber je nach Staat ist es Verboten sich beim fasten erwischen zu lassen. Desshalb wird der Fall auch gerade jetzt breitgetreten, dass die Leute Respekt von der Muslim-Polizei bekommen. Nützen wird es allerdings wenig bis gar nichts.
@ Rudolf Gaehler In der Schweiz gelten zum Glück alle Gesetzte für alle Menschen die hier wohnen, mindestens in der Theorie. In Malaysia gelten je nach Ethnie und Religion andere Gesetze. Dies ist der Störende Punkt . zudem gibt es je nach Bundestaat Unterschied im Gesetzt und in der Ausführung. Hier wird offensichtlich eine Prominente bestraft um die macht der Muslim-Polizei zu demonstrieren.
Welch geistreiche Diskussion hier. Warum gibt es immer wieder Leute auf allen Seiten, die meinen ihr Normensystem über Landesgrenzen und differente Jurisdiktionen hinweg universalisieren zu müssen. Wer in einem muslimischen Kontext lebt, sich Muslim nennt, muss sich auch dem entsprechenden Gesetz unterwerfen. Schweizer sind ja die ersten, die aufjaulen, wenn fremde Vögte ihre Ansprüche anmelden...
Wieso beschwehrt Ihr euch überhaupt? Wir liefern doch die Stöcke...
@ Rolf Baumann. Im Drogengesetz geht es um Drogen. Drogen die mann freiwillig nimmt. Es ist wohl ganz was anderes wenn es um Stockschläge an Menschen geht. Wo bitte schön sehen Sie die Gemeinsamkeit?? Wir können wohl die Misshandlungen, auch wenn diese vorgeben es basiert auf ihrem Gesetz, anprangen!!
Andre Länder, andere Sitten! Wer reist, sollte dies akzeptieren und sich danach richten. Nichtsdestotrotz, wird die Vollstreckung nicht zum Ruhme Malaysias gedeihen. Fremde in der Schweiz - auch Muslime - sollten sich immer wieder vor Augen halten, dass hier schweizer Gesetzte gelten und eingehalten werden sollen.
Haben Sie schon mal je eine Demonstration für Frieden von der HAMAS oder FATAH gesehen ? Man mag über die Politik Israels geteilter Meinung sein, Fakt ist, Israel ist eine Demokratieund auch wenn mir die linken und netten nicht gefallen, so liegt mir viel daran dass es auch solche kräfte giebt. Aber von der CH Regierung hört man ja nie was HAMAS kritisches. Aber vor Lybien geht man in die Knie...
Es ist beschämend, wie sich eine Weltorganisation, die UNO (vorher Völkerbund), die etliche Eingriffe aufgrund von militärischen Begebenheiten forcierte und vor allem 1948 die Menschenrechte auf die Flagge schrieb, sich heute einen Deut darum kümmert, was in diesen Ländern, die genau gegen diese Rechte verstossen, trozt Mitgliedschaft, eine Passivität an den Tag legt. (Nebensatz zu Hauptsatz)
@ R. Burkhard und wenn es so wäre, meine Gegenfrage an Sie - worum geht es den Israelis? Wir sind doch alle ein bischen Radikal, nicht?
Da wirkliche Problem ist das in Malaysia de facto Apartheid herrscht. Rasse und Religion stehen auf jeder ID. Als Bumiputra (Malay und Muslim) hat man viele Vorteile wenn es um einen Studienplatz oder eine Beamtenstelle geht. Die Kehrseite ist das man sich an die islamischen Gesetzte halten muss. Chinesen und Inder haben es in ihrem leben einiges schwerer dürfen dafür offiziell Alkohol konsumieren
@Herr Heinz, Ihre Ansicht konnte einleuchten, bis zum Zeitpunkt, als die Palästinenser eine gewisse Autonomie bekamen. Dann zeigten die beiden 'Volksparteien' Hamas und Fatah ihr wahres Gesicht. Von weitem gesehen glaube ich, dass es Hamas nicht ums Wohl der Bevölkerung geht, sondern um die Vernichtung von Israel und um Macht und sonst nichts.
jaja immer schoen konsequent bleiben... welches formel-1 (oder ehemaliges) wird von einem staatlichen unternehmen aus malaysia gesponsert... gute nacht!
Heinz Schwobs Anmerkungen moegen stimmen und wenn Sie Malaysien besuchen, werden Sie ein Gefuehl von Sicherheit geniessen den Sie moeglicherweise hier vermissen. Ein Vgl zwischen der Hamas und der Regierung/die Gesellschaft von Malaysien wie Hr Wunderli es macht, ist sehr gewagt. Waere ungefaehr wenn ich Sie mit Kinderschaender Osterwalder assozieren wuerde.
@ Mari Wunderli: Waren Sie schon in Gaza? Die Bevölkerung wählte die Hamas, weil sie seit 50 Jahren unschuldig im Gefängnis leben muss und endlich raus will! Israel bestraft diese Leute mit Bomben, nicht mit Stockschlägen.
Bitte China aber auch in einem Atemzug nennen, umegmünzt wäre denn da nämlich die Forderung, den Handel mit China einzustellen und ebenfalls zu kritisieren. Da es aber da auch um die eigene Wirtschaft geht, ist man immer erstaunlich ruhig...
Jedes Land hat seine Gesetze. Auch in der Schweiz wird Drogenkonsum hart bestraft. Nur die Art der Droge ist anders. Was massen wir uns an über Andere zu urteilen!
Heinz Schwob, und sie können Hamas in Palestina auch dazu rechnen...leider werden solche extreme Länder und Gruppen immer noch von gewissen Elementen im Westen unterstützt- man dürfte da schon einmal endlich konsequent sein und sich dagegen äussern, anstatt Bücklinge zu machen und grosszügige Geldspenden zu schicken ohne sich Gedanken zu machen wofür das Geld verwendet wird.
Wenn jemand noch glaubt, diese Unterdrückung hätte etwas mit Religion zu tun, der muss jetzt ganz schnell die Augen öffnen, bevor er von solchen Machenschaften selbst bedroht wird. Wehret den Anfängen und zwar weltweit!
Malaysia ist eines der radikalsten musl. Länder. Religionsewchsel verboten, Mission verboten. Anwendung der Scharia. Weltweit beobachten wir ein Wiedererwachen des Islams. Frauen sind die ersten und am meisten Betroffenen! (Siehe auch Afghanistan, Saudi-Arabien, Iran, Nigeria Sudan und Indonesien!
Malaysia und andere Länder sind vielleicht auch Witzfiguren, viel mehr stört mich jedoch, dass die westliche Welt, also wir alle, nicht öffentlich dazu Stellung nehmen und Prügel- und ähnliche Strafen an den Pranger stellen.
Ich habe aufgehört, mich über Urteile muslimischer Richter aufzuregen. Eine solche Gesellschaftsform wird nicht ewig überleben. Irgendwann ist der innere Widerstand so gross, dass sich das Problem von alleine lösen wird ... auch wenns noch ein paar hundert Jahre dauert ...









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