«Wir werden der Regierung eine Lektion erteilen»

Thailands Rothemden protestieren seit Wochen in Bangkok gegen die Regierung. Jetzt ist es zu gewaltsamen Zusammenstössen mit der Polizei gekommen.

Eine Minderheit ist gewalttätig geworden: Oppositionelle attackieren mit Strassenabsperrungen Polizisten.

Eine Minderheit ist gewalttätig geworden: Oppositionelle attackieren mit Strassenabsperrungen Polizisten. Bild: Keystone

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Rund 1000 Oppositionsanhänger warfen im Geschäftszentrum der thailändischen Hauptstadt Eier und Plastikflaschen gegen Polizisten und Soldaten, die sie an der Ausweitung ihrer Proteste hindern wollten. «Wir werden der Regierung eine Lektion erteilen - dass jede Strasse dem Volk gehört», sagte einer ihrer Anführer, Nattawut Saikua. Die Regierung hat ihnen Proteste in elf Hauptstrassen untersagt. Am Montag hatten die Anhänger der Opposition eine Aufforderung der Polizei ignoriert, das Geschäftszentrum wieder zu räumen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung.

Die Polizei begann am Dienstagmorgen, einige Zufahrtstrassen zu dem Geschäftsviertel abzuriegeln, das die Demonstranten seit Samstag besetzt halten. Rund 20'000 Menschen hielten sich nach Schätzungen in dem Areal auf, in dem sich zahlreiche Einkaufszentren und Luxushotels befinden.

Demonstranten sollen Touristenviertel räumen

Zudem will die Regierung die Anhänger der Opposition gerichtlich zwingen, ein beliebtes Touristenviertel in der Hauptstadt Bangkok zu räumen. Ein entsprechender Antrag wurde bei einem Gericht in Bangkok gestellt, wie Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn erklärte. Das Gericht soll die Demonstranten auffordern, eine grosse Kreuzung und weitere blockierte Strassen im Stadtzentrum zu räumen. Die Regierung wolle auch eine Erlaubnis einholen, die Demonstranten und die Anführer der Proteste festzunehmen. Sie hätten sich der Aufforderung widersetzt, das Viertel zu verlassen, sagte der Sprecher.

Die Demonstranten sind Anhänger des 2006 vom Militär gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Sie werfen dem heutigen Regierungschef Abhisit Vejjajiva vor, er sei illegal mit Hilfe der Streitkräfte und einflussreicher Personen aus der herrschenden Klasse an die Macht gekommen. (vin/ddp/sda)

(Erstellt: 06.04.2010, 11:12 Uhr)

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