«Sie wollten 5000 Menschen töten»
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Eines der wenigen Bilder eines Attentäters von Mumbai. Es häufen sich die Hinweise, dass mindestens ein Teil der Terroristen aus Pakistan stammt.
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Sollen der Gruppe Lashkar-e-Toiba angehören: Terroristen von Mumbai. (Bild: Keystone)
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Das sind die Zahlen nach dem Terror von Mumbai: Mindestens 195 Personen kamen ums Leben. Wie die Regierung in Neu Delhi mitteilte, wurden neun Terroristen getötet, einer wurde festgenommen. Auch 14 Sicherheitskräfte starben. Zudem wurden 239 Menschen verletzt. Unter den Toten sollen 26 Ausländer sein, darunter ein 60-jähriger Italiener, der in Lugano lebte.
Über 600 Geiseln wurden aus der Hand der Terroristen gerettet. Allein aus dem «Taj Mahal», wo sich die letzten der vermutlich islamistischen Attentäter verschanzt hatten, wurden am Samstag 400 Geiseln befreit. Das Luxushotel Tident-Oberoi sowie ein besetztes jüdisches Zentrum waren bereits am Freitag gestürmt worden.
Viele offene Fragen
Die Attentäter wollten nach Überzeugung des Vize-Premiers im Bundesstaat Maharashtra ein weit grössseres Blutbad anrichten. «Wir haben dermassen viel Munition bei ihnen gefunden - es ist offensichtlich, dass sie vorhatten, 5000 Menschen umzubringen», sagte R.R. Patil gemäss der Agentur PTI.
Viele Informationen blieben auch nach der Erstürmung des «Taj Mahal» unvollständig oder widersprüchlich. So waren gemäss Behörden nur zehn Terroristen an den Angriffen auf die beiden Hotels, das jüdische Zentrum, ein Café, einen Bahnhof und ein Spital beteiligt.
Zwischen 18 und 24 Jahre alt
Zuvor war von bis zu 40 die Rede gewesen. Die Terroristen seien zwischen 18 und 28 Jahre alt und kämen aus Karachi in Pakistan, hiess es. Sie seien per Schiff gekommen.
Zu den Anschlägen bekannte sich bislang die muslimische Gruppe Deccan Mudschaheddin, die nach eigenen Angaben indisch ist. Indien vermutet aber, dass die Lashkar-e-Toiba (Armee der Reinen) hinter der Bluttat steckt, die von Pakistan aus operieren soll.
Die Regierung erklärte, es gebe «genügend Beweise», dass die Terroristen Instruktionen aus Pakistan erhalten hätten. Der Sender NDTV berichtete, der gefasste Attentäter habe zugegeben, zur Lashkar-e-Toiba zu gehören.
Pakistan warnt vor «Überreaktion»
Mit den Anschlägen in Mumbai erreichten die zuletzt etwas besseren Beziehungen zwischen den beiden rivalisierenden Atommächten Indien und Pakisten einen neuen Tiefpunkt. Die beiden Länder haben in den letzten 60 Jahren bereits drei Kriege geführt.
Pakistans Präsident Asif Ali Zardari warnte Indien in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender CNN-IBN vor einer «Überreaktion». Mit Blick auf die Schuldzuweisungen an sein Land kündigte er «entschiedenste» Reaktionen an, sollte sich herausstellen, dass «ein Individuum oder eine Gruppe» aus Pakistan darin verwickelt seien.
Zuvor hatte der indische Aussenminister Pranab Mukherjee bei einem Treffen mit dem pakistanischen Aussenminister Shah Mehmood Qureshi erklärt, «Schandtaten» wie die von Mumbai machten Fortschritte im Friedensprozess «unmöglich». (sam/sda)
Erstellt: 30.11.2008, 08:15 Uhr
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