Ausland

Ghadhafi bunkert offenbar Bargeld in Milliardenhöhe

Jeder ausländische Söldner soll Libyens Machthaber 1000 Dollar pro Tag kosten. Trotz den Wirtschaftssanktionen könnte er sich dies noch lange leisten – weil er auf geheime Geldverstecke im Land zurückgreifen kann.

Kann sich dank Geldverstecken möglicherweise noch lange halten: Muammar al-Ghadhafi.

Kann sich dank Geldverstecken möglicherweise noch lange halten: Muammar al-Ghadhafi.
Bild: AFP

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Der Ghadhafi-Clan

Der Ghadhafi-Clan
Die Kinder Ghadhafis gehören alle zum Machtsystem ihres Vaters und fallen vor allem durch ihren ausschweifenden Lebensstil auf.

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Milliarden von Dollar, die Machthaber Muammar al-Ghadhafi angeblich in Libyen in Form von Bargeld versteckt hat, könnten die blutigen Auseinandersetzungen im nordafrikanischen Land verlängern. Gemäss Recherchen der «New York Times» hat sich der Despot in Tripolis über Jahre hinweg heimlich ein immenses Geldlager geschaffen. Die amerikanische Zeitung beruft sich dabei auf den US-Geheimdienst und Kontakte zu libyschen Regierungsmitgliedern.

Die riesigen Geldlager, heisst es, befänden sich in der libyschen Zentralbank sowie in anderen Instituten rund um die Hauptstadt. In diesen würden libysche Dinar und US-Dollar gehortet. Seit Ausbruch der Proteste und der Kämpfe hat Ghadhafi offenbar einen Teil des Gelds in seinen Bunker Bab Al Azizia verlegt, wie eine Person mit Kontakten zur Regierung gegenüber der «New York Times» gesagt hat. Diese Unmengen von Geld würden es Ghadhafi ermöglichen, seine Truppen sowie die afrikanischen Söldner und seine politischen Anhänger weiterhin zu bezahlen.

3000 bis 4000 Söldner im Einsatz

Allein die 3000 bis 4000 Söldner aus Mali, Niger und dem Sudan kosten Ghadhafi angeblich täglich 1000 Dollar pro Kopf. Ghadhafi braucht deshalb grosse Mengen Geld. Und seine Reserven vermögen wohl die von den USA und Europa verhängten wirtschaftlichen Sanktionen noch eine Weile abfedern. Denn die Massnahmen, welche die internationale Gemeinschaft getroffen haben oder noch treffen werden, beschränken sich auf das internationale Bankensystem. Mehrere Milliarden wurden bisher eingefroren, unzählige Kontos gesperrt. Doch betrifft dies nur Geld, das sich ausserhalb Libyen befindet. Über die Gelder innerhalb des Landes verfügt noch immer Ghadhafi selber.

Laut Kenneth Barden, einem Anwalt, der sich auf die Finanzplätze im Nahen Osten spezialisiert hat, gibt es Indizien dafür, dass Ghadhafi kurz vor Ausbruch der Gewalt riesige Mengen Geld verschoben hat, um sich vor globalen Sanktionen zu schützen. «Die Beträge, die Ghadhafi auf seinem eigenen Namen laufen liess, sind vermutlich klein», sagt Barden gegenüber der amerikanischen Zeitung. «Aber er hat viel Geld auf Konten, die auf die Namen seiner Familie oder seiner Vertrauten lauten.»

Über Jahre hinweg Geld abgezweigt

Das Geld hat der libysche Machthaber offenbar systematisch gehortet – nicht erst seit Beginn der Unruhen in der arabischen Welt. Angeblich hat er seit 2004, als der Westen die wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber Libyen aufhob, heimliche Geldlager im Inland aufgebaut, schreibt die US-Zeitung. Er fürchtete offenbar, dass der Westen zu einem späteren Zeitpunkt wieder Sanktionen gegen ihn verhängen könnte und wollte deshalb über Geldreservoirs verfügen, die vom globalen Finanzplatz unabhängig sind. Gemäss dem Libyen-Experten Tim Niblock, der an der Universität Exeter in Grossbritannien lehrt, soll Ghadhafi sogar schon in den 90er-Jahren damit begonnen haben, geheime Geldlager im Land einzurichten. (miw)

Erstellt: 10.03.2011, 13:03 Uhr

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4 Kommentare

arnoldo giuseppe

11.03.2011, 16:51 Uhr
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Und jetzt lassen alle das libysche Volk im Stich. Weil die Afrikanische Union gegen jegliche Militärintervention ist! Klar, dort sitzen ja zur Mehrheit ähnliche Despoten und Diktatoren. Und wenn die Amerikaner, die einzigen militärisch überlegenen, eingreifen, scheien alle: "Na klar, nur wegen des Erdöls!" Also lassen wir Gaddafi freie Hand zum Völkermord. Welch eine Welt!! Antworten


Mirko Babic

10.03.2011, 23:56 Uhr
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@David Stoney; Ja guter Vorschlag von Ihnen, Sie wären sicher der richtige Mann als getarnter Journalist ! Warum führen Sie diese Drecksarbeit nicht selber aus? Sie sind ein Schreibtischtäter. Warum sollte Gaddafi überhaupt von seinem Thron gehen? Es gibt immer noch in der Welt genug Staaten die ihn weiterhin gerne an der Macht haben möchten. Mit einem Gebet kommen Sie sicher weiter! Antworten


David Stoney

10.03.2011, 19:30 Uhr
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Ich wundere mich, das es noch niemand geschafft hat einen Anschlag auf diesen Irren zu machen. Er hat doch genug lachhafte Auftritte, man erinnere sich an seinem Auftritt mit dem Schirm 'oh es regnet leider...' ! Wie wäre es wenn man statt Journalisten mal Profis hinsendet, getarnt als Journalisten. Hat man doch bei so vielen gemacht, welche den USA oder anderen Staaten nicht passte. Antworten


Hans Vögtlin

10.03.2011, 17:23 Uhr
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Der Operettenfürst Ghadhafi, so lächerlich er sich präsentiert, umso gefährlicher ist er dank
seines Eigendünkels. Dass er sein Volk, das ihn soooo liebt, um Milliarden bestohlen hat,
ist typisch für seine Sorte. Wenn nicht bald etwas geschieht, verbluten die Libyer, man sollte
unbedingt die Militärflugplätze und deren Logistik in Trümmer schiessen, am besten mit ziel-
genauen Raketen.
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