Ausland
Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien wird neu gezogen
Muss neu verhandelt werden: Grenze zwischen Schweiz und Italien.
Aussenminister Franco Frattini hat am Mittwoch der Abgeordnetenkammer in Rom einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt.
Im Einklang mit den Schweizer Behörden soll der Grenzverlauf im alpinen Hochgebirge angesichts der geografischen Änderungen revidiert werden, die in den letzten Jahren wegen des Klimawandels aufgetreten sind.
Bergspitzen und Gletscher wandelten
Das Gesetz sieht die Einrichtung einer Expertenkommission vor, die den neuen Grenzverlauf auf Grund des natürlichen und progressiven Wandels der Bergspitzen und der Gletscher festschreiben soll.
Die Grenze zwischen Italien und der Schweiz soll im Hochgebirge künftig als mobil bezeichnet werden, das heisst sie soll sich der im Verlauf der Jahre klimaabhängigen Korrosion anpassen können.
Die neue Grenze wird keinerlei direkte Auswirkungen auf Privatbürger haben, weder in der Schweiz noch in Italien. Es handelt sich um Grenzteile im Hochgebirge, die in Staatsbesitz stehen, wie es in einem dem Gesetzentwurf beigelegten Expertenbericht heisst.
Alarm geschlagen
Der Entwurf wird derzeit von der Auslandskommission der Abgeordnetenkammer in Rom überprüft. Vor vier Jahren hatte Italiens geografisches Militärinstitut Alarm geschlagen, weil wegen des Klimawandels viele Gletscher geschmolzen waren und sich die Grenze bewegt hatte.
An vielen Stellen sei die Grenze ohne morphologische Bezugspunkte geblieben, warnten die Experten. Daraufhin hatte sich Italien die Inititative ergriffen und Kontakte mit der Schweiz aufgenommen. (sda)
Erstellt: 18.03.2009, 15:11 Uhr
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