Ausland

Lauter Berlusconi nervt die Queen

Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 03.04.2009

Beim traditionellen Gruppenfoto am G-20-Gipfel in London hat sich Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi nicht an das Protokoll gehalten – für die britische Königin ein unerhörtes Verhalten.

(Quelle: Reuters)

Das Gruppenfoto gehört zu jedem Gipfel der mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt. Das war in London nicht anders – und doch sorgte das «Familienfoto» der G-20 für Gesprächsstoff. Denn Italiens vorlauter Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich wieder einmal einen Fauxpas auf diplomatischem Parkett geleistet.

«Warum schreit er so?»

Am Schluss der Fotoaufnahme rief Silvio Berlusconi entgegen der Etikette US-Präsident Barack Obama laut beim Namen, «Mister Obama». Damit löste er Ärger bei der Queen Elisabeth II. aus. «Was soll das», fragte die sichtlich verärgerte Monarchin, «warum schreit er so?». Gemäss italienischen Medien wollte Berlusconi mit seinem Zwischenruf Obamas Aufmerksamkeit wecken, um ihn aufzufordern, sich neben den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zu stellen. Das Bild mit Obama, der mit dem Daumen nach oben zeigt, Medwedew, der zur Begrüssung winkt, und Berlusconi in der Mitte, der beide umarmt, sei zum Symbolfoto des G-20-Gipfels geworden, berichteten Italiens Medien.

Einige italienische Zeitungen kritisierten Berlusconis Verhalten beim G-20-Gipfel, so zum Beispiel die römische Tageszeitung «La Repubblica»: «Ein Tag in London hat ausgereicht, um Berlusconis Ruf in ständigem Hin und Her zwischen Fehltritt und Ernsthaftigkeit zu bestätigen.» Inzwischen hat sich das britische Königshaus bemüht, den Vorfall beim Gruppenfoto herunterzuspielen. «Wir sind keinesfalls beleidigt», zitiert die Zeitung «Daily Mail» einen Sprecher von Buckingham Palace. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.04.2009, 16:14 Uhr