Sarrazins Buch wird zum Bestseller
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Bei vielen Buchhändlern war das umstrittene Werk «Deutschland schafft sich ab» am Freitag ausverkauft, wie eine Umfrage der deutschen Nachrichtenagentur dpa ergab. Nach Angaben des Verlags DVA sind bereits 70'000 Bücher ausgeliefert. Am Montag soll die vierte Auflage mit weiteren 80'000 Exemplaren folgen.
Die fünfte und sechste Tranche sei bereits in Auftrag gegeben, sagte eine Sprecherin der Deutschen Verlags-Anstalt in München. Die Gesamtauflage werde bei 250'000 Exemplaren liegen. Das Buch sei ein grosser Verkaufsschlager.
Auf Rang 1 der Bestsellerliste
Dies bestätigt auch ein Blick auf die Charts. Auf der Bestsellerliste des grössten Internet-Buchhändlers Amazon steht das Buch längst auf dem ersten Platz, gefolgt von dem Buch «Das Ende der Geduld» der verstorbenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig. Die Lieferzeit beträgt aktuell ein bis drei Wochen.
Sarrazin warnt in seinem Buch vor den Folgen einer Überfremdung des Landes. Wegen seiner Aussagen über muslimische Einwanderer soll er bei der Bundesbank abgelöst werden.
Umfrage: Wenig Zustimmung
Die meisten Bundesbürger teilen Sarrazins Einschätzungen offenbar nicht. Auf die Frage «Teilen Sie die Ansicht von Thilo Sarrazin, dass Deutschland durch eine ungesteuerte Einwanderung dümmer wird?» antworteten 63 Prozent der Befragten in einer Emnid-Studie mit Nein. Für die Erhebung im Auftrag der Zeitschrift «Focus» wurden 1001 Bürger befragt.
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude forderte derweil bessere Angebote für Einwanderer. «Wir müssen Integrationsangebote und Bildungschancen verbessern und gerade bei Migranten aus archaischen Verhältnissen für Aufklärung sorgen, um schädliche Traditionen zu bekämpfen», schreibt Ude in einer Kolumne der «Münchner Abendzeitung».
Abberufung mit Hindernissen
Vor der Entscheidung über die Abberufung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat Bundespräsident Christian Wulff die Bundesregierung um Stellungnahme gebeten. Dies teilte das Präsidialamt am Freitag mit. «Die Anfrage wird nun formal geprüft», sagte eine Regierungssprecherin auf dapd-Anfrage. Es werde untersucht, ob rechtliche Einwände bestünden. Da es sich um einen historisch einmaligen Fall handele, gebe es dazu noch keine Vorgaben.
Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte Sarrazin erneut heftig. Es sei «Unsinn», wenn er den Eindruck erwecke, dass Deutschland durch Türken und Muslime dümmer werde, sagte die CDU-Chefin der türkischen Tageszeitung «Hürriyet».
(raa/sda/dapd)
Erstellt: 03.09.2010, 21:37 Uhr
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