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1,2 Millionen Abtreibungsgegner stürmen die Strassen Madrids

Aktualisiert am 18.10.2009

Angeführt von der katholischen Kirche und konservativen Verbänden demonstrieren Abtreibungsgegner in Spanien ihre Wut auf ein liberaleres Gesetz.

In 600 Bussen angefahren: Die Demonstranten in Madrid.

In 600 Bussen angefahren: Die Demonstranten in Madrid.
Bild: Keystone

«Jedes Leben zählt»: Schwangerschaften sollen nicht ohne Grund bis zur 16. Woche abgebrochen werden dürfen.

«Jedes Leben zählt»: Schwangerschaften sollen nicht ohne Grund bis zur 16. Woche abgebrochen werden dürfen. (Bild: Reuters)

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Mehr als eine Million Menschen haben am Samstag in Madrid gegen die Liberalisierung des spanischen Abtreibungsrechts protestiert. Nach Schätzungen der Organisatoren und der Regierung zogen 1,2 bis 1,5 Millionen Demonstranten durch die Strassen der Hauptstadt.

Sie wehren sich gegen eine geplante Gesetzesreform der sozialistischen Regierung, die Abtreibungen ohne besondere Voraussetzungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche erlauben will.

Bei Gefahr für Leben oder Gesundheit der Mutter oder bei schweren Missbildungen des Fötus ist eine Abtreibungsfrist von 22 Wochen vorgesehen. Zudem sollen 16-Jährige ohne Zustimmung ihrer Eltern abtreiben dürfen.

«Jedes Leben zählt»

Bei der Kundgebung in Madrid hielten Demonstranten Plakate mit Fotos von Schwangeren sowie Ultraschallaufnahmen von Embryos in die Höhe. «Jedes Leben zählt» war auf einem Spruchband zu lesen.

Organisiert wurde die Kundgebung von mehreren Dutzend konservativen Verbänden mit Unterstützung der katholischen Kirche. Mehrere eigens gecharterte Flugzeuge und mehr als 600 Busse brachten Abtreibungsgegner in die Hauptstadt. In zahlreichen Gottesdiensten wurde zur Teilnahme aufgerufen.

Die Kundgebung ziele nicht nur auf den Rückzug des neuen Gesetzes, sagte der Chef des katholischen Aktionskomitees Forum der Familie, Benigno Blanco, der Tageszeitung «ABC». Die Debatte werde weitergehen, solange es «in Spanien eine einzige Abtreibung gibt».

«Seelische Schäden»

Bisher sind Abtreibungen in Spanien nur unter strengen Voraussetzungen erlaubt, etwa nach einer Vergewaltigung. Auch zum Schutz der Mutter ist solch ein Eingriff bereits zulässig. In der Praxis führte das dazu, dass bei 90 Prozent aller Abtreibungen «seelische Schäden» bei der Mutter als Begründung angegeben wurden.

Über das Gesetz soll das Parlament im November beraten. Laut Umfragen ist die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Abtreibungsregelung für unter 18-Jährige. Dagegen halten sich Befürworter und Gegner der Neuregelung in den anderen Punkten die Waage. (oku/sda)

Erstellt: 18.10.2009, 07:18 Uhr

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