331 Tote trotz Waffenruhe

Viele Tote und Verletzte, knapp 400'000 Vertriebene: Die Situation im Osten der Ukraine ist prekär – trotz der vor über einem Monat verkündeten Waffenruhe.

Gefährliches Training: Ukrainische Soldaten in der Nähe von Mariupol. (6. Oktober 2014)

Gefährliches Training: Ukrainische Soldaten in der Nähe von Mariupol. (6. Oktober 2014) Bild: AFP

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Ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe sind im Osten der Ukraine auch im vergangenen Monat zahlreiche Zivilisten und Kämpfer getötet oder verletzt worden. Seit dem Beginn der Feuerpause am 6. September wurden bis zum 6. Oktober nach Angaben der Vereinten Nationen 331 Tote gezählt. Wie das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte mitteilte, dauern die Kampfhandlungen in der Rebellenhochburg Donezk an. Gekämpft werde auch in der Gegend um die Städte Debalzewe und Schtschastja.

Insgesamt ist die Zahl der Toten seit Beginn der Kämpfe Mitte April mittlerweile auf mindestens 3660 gestiegen. Weitere 8756 Menschen seien verletzt worden.

375'792 Vertriebene

Mehr als fünf Millionen Menschen in der Konfliktregion müssten derzeit auf fundamentale Rechte verzichten, berichtete der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein.

Zu Beginn des Monats zählten die ukrainischen Behörden 375'792 Vertriebene in der Ukraine. Viele von ihnen seien seit der Waffenruhe in ihr Zuhause zurückgekehrt, teilten die Vereinten Nationen mit. Ihren Besitz hätten sie jedoch häufig zerstört oder beschädigt vorgefunden.

«Wenn die Krise noch länger andauert, wird die Situation für viele Menschen unhaltbar», warnte der UNO-Hochkommissar. Ihre Lebensqualität habe sich bereits rapide verschlechtert. So mussten laut der UNO fast 40'000 kleine und mittlere Unternehmen ihren Betrieb einstellen. Tausende von Personen haben kein Einkommen mehr.

Ausländische Kämpfer in der Ostukraine

Laut dem UNO-Bericht unterstützten in den zwei Wochen vor der Waffenruhe ausländische Kämpfer die bewaffneten Gruppen der selbst proklamierten Volksrepubliken Donezk und Lugansk. Viele von ihnen seien russische Staatsbürger gewesen.

Der UNO-Hochkommissar verlangte, dass alle Menschenrechtsverletzungen sowohl von Separatistengruppen als auch der ukrainischen Armee rückhaltlos untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

«Die Waffenruhe ist ein sehr willkommener Schritt zur Beendigung der Krise in der Ostukraine», sagte er. «Ich fordere alle Parteien dazu auf, diese ernsthaft zu respektieren und aufrechtzuerhalten und die Angriffe auf Zivilisten und die zivile Infrastruktur ein für alle Male zu stoppen.» (bru/sda)

Erstellt: 08.10.2014, 13:04 Uhr

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