Amerikaner sind wie eine «Gruppe Marsmenschen»
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Im mehrere Hundert Seiten starken britischen Regierungsbericht beklagen sich zahlreiche ranghohe Kriegsrückkehrer über ihren geringen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer US-Kollegen, wie der «Daily Telegraph» heute berichtet.
Der Generalmajor J. K. Tanner verglich seine amerikanischen Kollegen mit einer «Gruppe Marsmenschen», denen eine «vernünftige Unterhaltung völlig fremd» sei. Er beklagte weiter, dass die britische Militärspitze «ungeachtet unserer sogenannten ‹besonderen Beziehungen› nicht anders behandelt wird als die der Portugiesen».
J. K. Tanners Boss, der Generalmajor Andrew Stewart, schreibt im Bericht, er habe viel Zeit damit verbracht, amerikanische Befehle zu «verweigern» oder «abzulehnen». Mindestens einmal wurde deswegen der britische Botschafter nach Washington beordert. Etwas, das sonst nur mit Schurkenstaaten wie dem Sudan oder Zimbabwe gemacht werde, wie der «Daily Telegraph» schreibt.
Nur der amerikanische Weg zählte
Der britische Einfluss auf die amerikanischen Truppen sei minimal gewesen. Laut General Stewart gab es zwischen dem britischen Hauptquartier in Basra und der US-Führung in Bagdad nicht einmal eine «funktionierende Funkverbindung». «Das ganze System war furchtbar», fasste Oberst Tanner seine Erlebnisse in der sogenannten Wiederaufbauphase im Irak zusammen. «Wir hatten grosse Schwierigkeiten im Umgang mit den Amerikanern. Diese gaben uns klar zu verstehen - teilweise bedingt durch ihre Arroganz, teilweise wegen der Bürokratie -, dass es nur einen Weg gibt: den amerikanischen Weg.»
Eine Entscheidung der US-Kommandeure, einen engen Vertrauten des radikalen Schiitenpredigers Moktada al-Sadr im von den Briten kontrollierten Bereich zu fassen, war nach den Worten eines anderen britischen Offiziers «mit uns nicht abgesprochen und schon gar nicht koordiniert». Die Folge davon sei gewesen, dass sein «ganzes Operationsgebiet in Rauch aufging». (tan)
Erstellt: 23.11.2009, 16:43 Uhr


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