«Berlusconi – alle Frauen nannten ihn Papi»
Erlebte Silvio Berlusconi aus nächster Nähe: Barbara Montereale, hier auf einem Foto, das die «Repubblica» veröffentlicht hat.
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Der italienische Ministerpräsident und seine Partys mit jungen Frauen: Das ist ein Dauerthema in den italienischen Medien, auch in den seriösen. Täglich werden neue Details veröffentlicht. Und es wird immer peinlicher für Berlusconi. Junge Frauen, die sich selbst im Umfeld des Cavaliere bewegten und seine Partys besuchten, erzählen über ihre Erfahrungen. Letzte Woche war es das Callgirl Patrizia d'Addario, die sich zu Wort meldete. Jetzt spricht eine andere junge Frau in der «Repubblica»: Barbara Montereale. Sie ist eine Kollegin von d'Addario und war eine der drei Frauen, welche Berlusconi am Abend des 4. November des letzten Jahres in eine seiner Residenzen eingeladen hatte. Die 23-jährige Montereale berichtet, dass sie von Berlusconi 10'000 Euro erhalten haben soll – bezahlt wurde sie nur für ihre Präsenz am Anlass von Berlusconi. Montereale plauderte aus, dass ihre Kollegin Patrizia d'Addario Sex mit Berlusconi hatte.
«Die meisten waren Ausländerinnen»
Die junge Süditalienerin, die sich als Hostess und Model bezeichnet, machte auch Fotos in der Villa des 72-jährigen Politikers, die sie der Zeitung «La Repubblica» zur Verfügung stellte. Die Fotos zeigen, wie sie und zwei andere Frauen im Badezimmer blödeln. Diese Bilder sollen am 5. November entstanden sein. Weiter berichtet Montereale von einer Party, die in der Villa Certosa auf Sardinien stattfand. «Die meisten Frauen waren Ausländerinnen aus Osteuropa, vermutlich aus Rumänien», sagt Montereale. «Diese Frauen wetteiferten darum, wer Berlusconi am nächsten sein durfte. Und alle Frauen nannten ihn Papi.»
Callgirls und Kokain
Inzwischen überbieten sich die Medien mit spektakulären Mutmassungen rund um das Privatleben Berlusconis, der offenbar auf die Dienste des süditalienischen Bauunternehmers Gianpolo Tarantini zählen konnte, wenn er für seine Partys junge Frauen brauchte. Tarantini steht im Zentrum von Ermittlungen, bei denen es um einen Callgirl-Ring und Kokain geht. Laut «La Repubblica» wird die Staatsanwaltschaft etwa 30 Frauen befragen, die Verbindungen zu Tarantini haben. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Rolle Berlusconi bei den mutmasslich dunklen Geschäften von Tarantini spielt. Zu den neuesten Enthüllungen hat sich Berlusconi nicht geäussert. Zuletzt hatte er die Medien beschimpft, sich beklagt, dass er mit Dreck beworfen werde, und beteuert, dass er nichts Unrechtes getan habe. (vin)
Erstellt: 22.06.2009, 12:03 Uhr
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