Berlusconi fährt in Tessiner Klinik
«Ruhige und schmerzfreie Nacht»: Silvio Berlusconi verlässt das Spital. (Bild: Reuters)
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Mit einem bandagierten Gesicht hat der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Donnerstagmittag die Mailänder Klinik San Raffaele verlassen. Laut Medienberichten winkte Berlusconi schwach und blickte düster drein, als seine Wagenkolonne vom Krankenhaus davonfuhr. Mit der anderen Hand drückte er etwas, das aussah wie ein weisses Taschentuch oder ein Verband, gegen sein Gesicht. Berlusconi will sich nun in einer Tessiner Privatklinik die Narben in seinem Gesicht entfernen lassen.
Er wolle mit noch mehr «Kraft und Entschlossenheit als bisher» weitermachen, hiess es in einer Erklärung seines Büros. «Von den vergangenen Tagen werde ich zwei Dinge in Erinnerung behalten: Den Hass weniger und die Liebe vieler, vieler Italiener», erklärte Berlusconi.
Der Premier habe eine «ruhige und schmerzfreie Nacht» hinter sich, berichtete sein persönlicher Arzt, Alberto Zangrillo. Berlusconi verliess das Spital in einem Auto und winkte einigen Anhängern zu, die davor auf ihn warteten. Die linke Gesichtshälfte und die Nase des 73-Jährigen waren verbunden. Der Premier fuhr zunächst zu seiner Villa in Arcore ausserhalb Mailands. Mehrere Fernsehteams warteten dort auf Berlusconis Rückkehr. Vor dem Eingang der Villa wurde ein grosses Spruchband mit dem Schriftzug «Willkommen zurück!» ausgerollt.
Bereits Schönheitsoperationen
Danach plant Berlusconi einen Aufenthalt in der Schweiz. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, die sich auf Schweizer Quellen bezog, will sich Berlusconi in den nächsten Tagen in die Tessiner Klinik «Ars Medica» zurückziehen, um sich die Narben nach dem Angriff entfernen zu lassen. Der Ministerpräsident kennt die Klinik im Tessiner Gravesano bereits: Er hatte sich dort 2003 einigen Schönheitsoperationen unterzogen.
Auf Anraten der Ärzte soll der italienische Regierungschef seine öffentlichen Auftritte in den nächsten zwei Wochen deutlich reduzieren oder absagen. Damit wird Berlusconi auf seine Teilnahme am Weltklimagipfel in Kopenhagen Ende dieser Woche und wahrscheinlich auch auf seine traditionelle Pressekonferenz zum Jahresende verzichten müssen.
Ein 42-jähriger Mann hatte Berlusconi am Sonntag bei einer Parteiveranstaltung in Mailand mit einer Alabaster-Miniatur des Mailänder Doms ins Gesicht geschlagen. Der Premier erlitt eine Unterlippen-Verletzung und eine Nasenfraktur, ausserdem brachen zwei Zähne ab. Der Angreifer bleibt im Untersuchungshaft.
(vin/cpm/sda)
Erstellt: 17.12.2009, 15:48 Uhr
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