Berlusconi will nicht zum Vergebungsgottesdienst
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Auch ein Abendessen mit Kardinalstaatssekretär Tarciso Bertone finde nicht statt, wie der Vatikan mitteilte. Berlusconis Büro bestätigte die Absage. Der Regierungschef wollte mit seiner Gleichstellungsministerin Mara Cafagna, einem früheren Topmodel, an dem Gottesdienst in der im April von einem Erdbeben verheerten Stadt in den Abruzzen teilnehmen.
Berlusconi hat sich in der Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen rar gemacht, nachdem eine Verbindung zu einer 18-Jährigen Neapolitanerin und Treffen mit einer Edel-Prostitutierten für grosses Aufsehen gesorgt hatten. Seine Frau Veronica Lario reichte wegen Berlusconis Eskapaden die Scheidung ein. Der Regierungschef hat alle im Zusammenhang mit den Sex-Skandalen erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Allerdings, so liess er wissen, sei er «kein Heiliger».
Die Teilnahme an dem jährlich stattfindenden Vergebungsgottesdienst «Perdonanza» in L'Aquila hatte für Irritationen gesorgt, zumal er mit Carfagna erscheinen wollte. Berlusconi hatte über das frühere Model und Fernseh-Starlet vor zwei Jahren gesagt, er würde sie sofort heiraten, wenn er nicht schon den Bund der Ehe geschlossen hätte.
Vatikan läutet Coelestin-Jahr ein
Die «Perdonanza» wird dieses Jahr von der Nummer zwei des Vatikans geleitet, Kardinalstaatssekretär Bertone. Die Tradition geht auf eine Bulle von Papst Coelestin V. aus dem Jahr 1294 zurück. Demnach werden jedem Gläubigen, der bereut, gebeichtet und die Kommunion empfangen hat, in der Nacht vom 28. auf den 29. August bei der «Perdonanza» in der Basilika von L'Aquila alle Sünden vergeben. Als geschiedener und wiederverheirateter Katholik dürfte Berlusconi der katholischen Lehre folgend die Kommunion nicht empfangen.
An dem Gottesdienst nehmen jedes Jahr Tausende Menschen teil. Dieses Jahr kommt der Zeremonie besondere Bedeutung zu, da die Stadt am 6. April von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde. Dabei kamen fast 300 Menschen ums Leben, etwa 50'000 weitere verloren ihr Zuhause. Zudem läutet der Vatikan mit dem Gottesdienst das Coelestin-Jahr ein, 800 Jahre nach dessen Geburt. Der Eremit Coelestin ist der einzige Papst, der vor seinem Tod als Kirchenoberhaupt zurückgetreten ist. (bru/ap)
Erstellt: 28.08.2009, 19:06 Uhr
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